Band 
Erster Theil.
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Söldlinge über den Gotthard . Man mußte also die Ka-tholiken abhalten, sich Frankreichs Feinden noch mehr indie Arme zu werfen, mußte bei den Protestanten dasMißtrauen der Geistlichkeit einschläfern, und vor allem,um ieden Preis, den Bürgerkrieg verhüten, der allePlane des Königs in der Schweiz verdorben hatte. Nie-mand besaß in höherem Grade, als St. Laurent, die zudieser schwierigen Aufgabe nöthige Geschäftskenntniß undWissenschaft, niemand mehr Gewandtheit und Scharfsinn.Es war unmöglich, die Schmeichelei besser einzukleiden,so Laß sie bis zum Herzen von Männern gelangte, dienoch so sehr auf ihrer Hut waren Er wandte sichan Bullinger anfangs mit der Sprache der Bewunde-rung, dann mit Worten der Freundschaft, endlich redeteer mit ihm, wie einem Vater, dessen Ueberzeugung ertheilte. Er beschwor ihn, bei allem, was ihm heiligwar, zu verhüten, daß ein beklagenswerther Streit nichtnoch beklagenswcrthere Folgen habe, und den Untergangder Eidgenossenschaft herbeiführe. „ Es steht den einfluß-reichen Männern zu, sagte er zu ihm, das Beispiel derMäßigung zu geben; an dir, mein Bullinger, dem Mannemit bewunderungswürdigem Scharfsinne, mit erstaunlicherGelehrsamkeit und seltener Erfahrung, an dir steht es,deine Bemühungen mit denen des Königs, meines Herrn,zu vereinen, zum Heile deines Vaterlandes "P."

Die Locarner selbst baten Zürich , um ihrer willen sichkeiner Gefahr auszusetzen, obgleich ihre Lage sich ver-schlimmert hatte. Sie hatten einige Hoffnung gehabt.

103) Nomoire «les I-ixues < von Bochatel, Abbv von St. Lau-reat, Nachfolger von Baffe-Fontaine. Bischof von LimogesstImmer Männer der Kirche und tüchtige Gottesgelehrte.

104) Solothurn , 12. Nov. 1554.