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ihn frei zu sprechen, noch vermochte er es über sich,ihn zu strafen, fo daß Greco im Gefängniß blieb.
Noch war diese Sache nicht beseitigt, als an den Land-vogt der Befehl gelangte, bis zur Ankunft der Boten derKantone jede Neuerung in religiösen Dingen zu ver-bieten. Der Befehl wurde bekannt gemacht: aber nunmeldeten sich dreißig bis vierzig Männer, meist aus ade-ligen Familien, und erklärten in zuversichtlicher Haltung,daß sie nicht gehorchen werden.„In allem, was Leibund Gut betrifft, sprachen sie, habt ihr keine ergebenemUnterthanen, als wir sind; aber wo es Gott betrifft, dagehören wir zunächst ihm an. Wir taufen also unsereKinder, wie sein Gesetz es uns vorschreibt, und wollenbeweisen, daß wir keine Wiedertäufer sind, wie man unsbeschuldigt '° 2 ). Unser Glaube ist auch der eure. Wirkönnen euch, wenn ihr's verlangt, aufzählen, daß unsermehr als zweihundert sind, die sich dazu bekennen." Nachdiesem kühnen Schritte schrieben dieselben Männer anZürich : „ Mit Gottes Hülfe sind wir entschlossen, unsermGlauben nicht abtrünnig zu werden, selbst wenn ein ge-waltsamer Tod unser Loos wäre. Könnt ihr also, unsregnädigen Herren, ohne Verletzung euerer Bünde unsHülfe leisten, so werden wir sie ansehen als die Hülfedes Himmels. Ist es aber nicht möglich, so bitten wireuch einmüthig: laßt lieber die Verfolgungen über unsergehen, als daß sich ein Krieg unter den Eidgenossenentzünde."
Am 18. Nov. 1554 versammelte sich die Tagsatzung,die über das Schicksal der Locarner entscheiden sollte.
108) Flößt ihnen Bnllinger diese kühne Sprache ein?
tOg) Becearia kam heimlich und taufte ihre Kinder, oder sie trugendieselben nach Chiavenna, wo ihnen Mainardo die Tanfe zugab.