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dann wird man uns nimmer übermehren. Theure Eid-genossen, bleiben wir in den Schranken des Möglichen!Lieber biegen als brechen."
Haab brachte Liese Vorstellungen persönlich nachZürich . Sie rissen hier die bei Kappel geschlagene Wundewieder auf; denn der Entschluß der Kantone war eineFolge dieses Unglückes. Bei der Rückkehr des Gesandteneilten die übrigen zu ihm: er theilte ihnen den letzten Ent-schluß seiner Obern mit der Sprache eines Mannes mit,der eine peinliche Pflicht erfüllt. „Zürich kann nichtbeitreten; es stellt die Sache Gott anheim." Ergriffen,voll Ehrfurcht, blieb alles stille: endlich brach ein Ge-sandter aus den kleinen Kantonen das lange Schweigenmit den Worten; „Ich habe nichts gegen Zürich ein-zuwenden; aber der Vorschlag der Vermittler ist an-genommen worden." Es ward bestimmt, die Boten derOrte sollen am heil. Dreikönigstage in Aktors zusammen-treffen, um mit einander nach Locarno zu gehen
Kaum war dieser Ausgang, auf welchen die ganzeSchweiz gewartet, bekannt geworden, so erhoben diePrediger ihre Stimme. „ Ein edles Mitleid," rief Cal-vin, „das Leben der Menschen zu schonen, und Gottesheilige Wahrheit der Verachtung preiszugeben! Schön istes, sich Pilatus zum Beispiele zu nehmen, der Christumgeißeln ließ, damit er nicht gekreuzigt werde '^)!" Farelwünschte Zürich Glück, daß es keinen Antheil genommenan dieser Besudelung des göttlichen Antlitzes des Er-lösers "2). Zu Bern , wo Saint-Laurent und die fran-
118) St. Laurent an Bullinger, Baden, 1. Dezember. — I. Rnd.
Stumpf an seinen Vater, 2t. Dezember. Simml. Sammlung. —
Meyer, 364.
117) Calvin an Bullinger, 13. Jan. 1553. Simml. Sammt.
118 ) Farel an Bullinger, 4. Jan. 1555. Simml. Sammt.