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wort'2°). „Mögen sie auf den Frieden bedacht sein.Werden wir ungerecht angegriffen, oder will man unsdas heilige Wort Gottes rauben, so sind wir bereit,unsern freien und redlichen Willen durch jedes Opferzu beweisen/' Zürich wiederholte den Eidgenossen, diees nochmals zur Nachgiebigkeit zu bringen suchten, dieseSprache seiner Gemeinden, und sah nun, bekümmert,aber gefaßt, auf die italienischen Vogteien hin.
Am festgesetzten Tage trafen die Boten der siebenOrte in Mors zusammen, um über den Eotthard zugehen. Es befanden sich mehrere bekannte Männer dar-unter : Wendel von Sonnenberg, der bei Kappet derLuzerner Banner getragen; Zosua von Beroldingen ausUri, ein im Dienste des Kaisers tüchtig gewordener Kriegs-mann; Melchior Lussi , seit kurzem Landschreiber in Unter-walden; der junge Christoph Schorno von Schwyz , undjener redliche Baldi aus Glarus , der, als Landvogt inLocarno , eine Menge Bibeln für die hatte kommen lassen,deren Verbrechen war, sie gelesen zu haben ^'). Sogleichnach ihrer Ankunft am 12. Zan. 1555 versammelten siedie Vorsteher der Gemeinden. „Nicht euch," sagteSonnenberg, „der Güte GotteS hat man's zu danken, daßsich die Eidgenossen nicht entzweit, und daß nicht Strömevon Blut vergossen worden. 2hr hättet verdient, daßman euch von der Erde vertilgte. Dankt euevn Herrenfür das Leben, das sie euch lassen, wenn ihr ungesäumtzum alten Glauben zurückkehrt!" Zuerst erschienen dieKatholiken, um Zeugniß abzulegen von ihrer Religion.Dann näherten sich die Evangelischen, je zweiund zwei,
120) Hier gab der Landvogt, dort der Pfarrer, dort ein gewöhnlicherBeamter die Antwort der Gemeinde ab. — Rathsmanual, inMeyer, I, 393.
12t) Lews Lexikon. — Bullingers Chronik. — Meyer 1, 402.