Band 
Erster Theil.
Seite
449
JPEG-Download
 

ihres Rechtes, die Freiheit der Gefangenen um diese Jahres-zeit zu verlangen; er starb als Gotteslästerer. Räuchlinließ geschehen. Einige Wochen wurden den Reformirtenzugestanden, sich auf ihre Abreise zu rüsten

Aber wohin sollten sie gehen? Um ins Veltlin zugelangen, hätten sie, da noch Schnee die Berge bedeckte,durchs Mailändische reisen müssen '^). Das nächste Thalwar Misocco. Die Locarner baten Zürich um seine Ver-wendung , daß sie dort sich ansiedeln dürften. Zürich ord-nete an den bündnerischen Landrath zwei der angesehenstenMänner ab, den Seckelmeister Edlibach und Bernhardv. Cham, Vogt der neu erworbenen Herrschaft Wäden-schweil ^). Mit großer Auszeichnung empfingen dieBündner diese Gesandten und gaben zur Antwort: „Noch

127) v»no, a« perseeulione uckveisus I.0C. mota (mit zitternder,achtzigjähriger Hand geschrieben. Es erinnert an die Befreiungaus der ägyptischen Knechtschaft!. — Lokarn. Versetzung v. Orelli,1683. (Eine Sammlung von Aktenstücken, zum Beweise, daßdie Locarner aus keiner entehrenden Ursache sind verbannt worden.) —I. Uurult, I.»x in lenebi'is, 1708, in der Tempo kelrelioa,IV. 131. (Eine oft täuschende Deklamation.) -- Ruchat, VI. 98. —Tagsatzungsabsch.

128) Ein neues Mandat untersagte den Religionsstitchtlingen den Eintrittins Mailändische. Alle Wirthe hatten Befehl, ihre Gäste zubeobachten und zu «erzeigen bei Strafe der Wippe, oder einerBuße von fünfundzwanzig Thalern, wovon ein Drittheil demStaat, der Rest der Inquisition zukommen sollte.

129) Um zwanzigtausend Gulden. Um bei den Schwyzern keinenArgwohn zu erregen, nahm die Stadt ihren neuen Unterthanenden Eid ab, ihr gegen jedermann zu dienen, mit Ausnahme derfünf Orte und GlaruS. Das Schloß wurde geschleift. So ver-schwand die Wiege einer Familie, welche den Städten Bern und Freiburg ihre ersten Schultheißen gegeben, nicht durch Feindes-hand , noch durch den Zahn der Zeit; Zürich brachte sie demFrieden zum Opfer. Escher, in: die Schweiz in ihren Ritter-burgen, I, 238.

vni. Bd.

29