Band 
Erster Theil.
Seite
450
JPEG-Download
 

450

gedenken wir des treuen Beistandes, den uns Zürich beimancher Gelegenheit geleistet; auch sind wir ihm mitLeib und Gut ergeben. Wir werden die Flüchtlinge auf-nehmen; nur sollen sie sich mit dem Glauben begnügen, »

welcher derjenige der Zürcher und auch der unsrige ist."

Die Wünsche der Locarner schienen erfüllt zu sein.

Allein wenn sie am Fuße der Alpen , auf italienischemBoden, geblieben wären, so hätte Bern aus ihrer Ver-bannung wenig Vortheil gezogen. Noch gab der Nuntiusseine Bemühungen gegen ihre Niederlassung in Grau-bünden nicht auf "°). Während der Sitzung des Land-rathes wurde, noch während er versammelt war, voneinigen seiner Mitglieder nachgewiesen, er habe dasRecht der Gemeinden verkannt. Darauf traten diekatholischen Führer des obern Bundes zusammen undberedeten die Misoxer, den Ketzern weder Feuer noch ^Erde zu gewähren. Wo konnten sie nun eine Zufluchtfinden? Zn den unwirthlichen Thälern RhätienS, unterdiesem kalten und nebligen Himmel? Oder würde etwaZürich den Brüdern im Unglücke seine Thore öffnen?

Unter seinem Schirme, stark durch seinen Beistand undgeschützt durch das Kapitulat, das Mailands Verhältnissemit den Eidgenossen ordnete, konnten sie hoffen, ihreHandelsverbindungen mit der Lombardei fortzusetzen. Durcheine Abordnung ließen sie Zürich um Aufnahme bitten.Bullinger führte dieselbe in den Rath "') und sagte:„Ueberlegt nur, daß, was Ihr für sie thun werdet, fürZesum Christum gethan sein wird."

Allein zu der Zeit, als Zürich diese Bitte empfing, ^

1301 Der Nuntius hatte Beccaria's Auslieferung verlangt. Er hättegerne die Kinder der Verbannte», sammt einem Theile ihresVermögens, zurückbehalten. Räuchlin. Absch.

13 l> Den 22. Febr.