Band 
Erster Theil.
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wimmelte schon die Stadt von Flüchtlingen. Zu denenaus Deutschland war eine neue Schaar gekommen, dieein plötzliches Mißgeschick auS England vertrieben hatte.Eduard VI. hatte kaum so lange gelebt, daß seine Geist-lichen die Reform im Königreiche hatten anbahnen können.Maria, die Tochter Heinrichs VIII. und Katharina's vonAragon, war aus ihrer Kapelle, wo sie allein im ganzenReiche die Messe zu hören wagte, auf den Thron ihrerVäter gestiegen. Bald hatten sich Nachrichten verbreitet,durch welche die Städte der reformirten Schweiz mitTrauer erfüllt wurden. Polus, den der heil. Stuhl zumPrimas von England ernannt, hatte in London mitgroßem Pompe seinen Einzug gehalten, und den Lords,die vor ihm im Staube lagen, Ablaß ertheilt. In allerMund war das Wort der heil. Schrift, womit er dieKönigin anredete; „Gesegnet seist du, Maria, du ge-benedeite unter allen Frauen; denn der Herr ist mit dir."Eine junge Prinzessin, die Gespielin der Kindheit Eduards,das schönste Mädchen im Königreiche, seit zehn TagenGattin, jene Johanna Gray, die mit Bullinger in latei-nischem Briefwechsel stand ^), hatte einige Wochen langeine Krone getragen, die ihr schwerer war, als dasSchaffst; denn sie traute wenig ihren Rechten auf denThron, und war der Barmherzigkeit Gottes gewiß. Mariahatte ihre Hand Philipp gegeben, dem Sohne Karls V.,weil ihr kein Fürst, wie dieser, behülslich sein konnte, dieKetzerei in ihrem Staate zu vertilgen. Die BischöfeHooper'^), Ridley und Cranmer hatten auf dem Schaf-fote geblutet. Eine Menge Familien suchten Zuflucht in

132> Man bewahrt in Zürich drei Briefe auf, welche Johanna Grahan Bullinger geschrieben. Orell, Fnßli und Comp. haben sie imJahre 1840 herausgegeben.

133) Bischof von Glocester, der unter Heinrich VIll. nach Zürich geflohen.