Lo, I. Buch. Vierzehntes Capitel.
ixn Gränzen der Alpenwüste; ihre Lust war die Jagd,all ihr Glück auf ihrer einsamen Burg. Dieses fühlteGraf Rudolf zu Rappcrschwyl an dem Tag, da er ausivgi. fernen Landen in die Arme seiner Gemahlin zurückeilte-Sein Verwalter begegnete ihm, und verkündigte mit viel»bedeutendem Blick einen schweren Vortrug: Da sprachder Graf, „Sage mir was du willst; rede nur nicht wi«„der die Geliebte meines Herzens, die Gräfin, die Frcm„de meines Lebens, c Da fürchtete sich der Knecht; ekwollte sie einer Untreu anklagen. Behend wandte er desVertrag auf die Bewahrung des Landes wider die Fei"'de seines Herrn, und riech, an dem Ort, wo zwischenzwey Landspitzen der Zürichsee am engsten ist, eine Burgund eine Stadt anzulegen. Diesen Anfang nahm Newrapperschwyl ^ r 8 ) einem wichtigen Paß gegen Rha«lien, Italien und Einsidlen, über welches Stift GrafRudolfs Haus die Schirmvogtey verwaltete " ro).
,o. Tokcir- Dieser edle Graf beweiset in Vergleichung Grafnx«, Heinrichs zu Tokenburg, mit wie viel bessern. Glück g"'le Menschen zu gut als mißtrauische ungerecht sind- bRabe entführte der Gräfin Jdda von Tokenburg, desGeschlechtes von Kirchbcrg, ihren Braukring durch eisoffenes Fenster: ein Dienstmann Graf Heinrichs fa"hihn und nahm ihn auf; der Graf erkannte ihn an bestesFinger. Wüthend eilte er zu der unglücklichen Jdda undstürzte sie in den Graben der hohen Tokenburg; de"Lienstmann ließ er an dem Schweif eines wilden stM'des die Felsen hcrunterschleifen. Indeß erhielt sich d^Gräfin an einem Gebüsch, wovon sie in der Nacht sichlosmachte; sie gieng in einen Wald, und lebte von