Sgll I. Buch- SiebenzehnteS Capitel -
„Reichs der Teutschen Erzherzog, im Rang vor allen„Fürsien, welche nicht berufen werden zu Erwahlung der„Kaiser ; er empfange das Lehen seines Landes zu Pferd,„im Lande selbst, ohne Lehenserkeniulichkeit, und bringe„es nicht nur auf seinen crstgeborncn Sohn, sondern„auch auf Töchter, ja, wenn er unbeerbt stürbe, nach '„freyem Testament auf wen er will; er müsse nicht an„die Teutschen Reichstage kommen, und werde zu densel-„ben allezeit geladen; von seinen Gerichten finde keine„Appellation Start; ihn vermöge niemand vor fremde„Richkersiühle zu nöthigen; zum gemeinen Wesen des„Reichs zu steuern, beruhe auf seinem Willen; seines„Landes Geistlichkeit siehe unter seiner ewigen Schirm«„vogkey; das Reich könne in seinem Land nichts erwcr«„ben, und er möge sich in dem ganzen Reich, wo er„will und kann, vergrößern und ausbreiten; alles dieses„gelte für alle Lander, deren Gewalthaber er ist, und„für alle diejenigen, welche er unter sich bringe."
So hoch stieg ein einziger Graf aus einem Stamm,welchen vor ihm wenige Völker nennen gehört, daß, nach«dem er durch Oesterreich und Elsaß Hochkeurschland wieumfaßt, und hier Französischen, dort Slawischen Fürsten seine Freundschaft wünschenswerth und seine Waffenfurchtbar gemacht, nach ihm inner dreyßig Jahren seinSohn und Enkel den Thron der Teutschen, und einer denThron des Reichs der Tschechen in Vöhcim besessen, derMarkgraf zu Meißen sie um Thüringen fürchtete, undUngarn, Bayern und Schwaben verschiedentlich undohne Unterlaß durch Krieg oder Unterhandlungen beun-ruhiget wurden: weil die furchtbarsten Machte die sind,weiche um vieles zu wagen stark genug, und nicht großgenug sind, um sich in ben Hoflüstcn zu vergessen. Durchdie Weisheit Eines Mannes (in den allergrößten Sache»pflegen wie zu gutem Privatglück die schwersten Schrit-te die ersten zu seyn), durch Rudolf, kam das