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den Grenzen des Stadtbezirkes brachte eine Abordnung auchdie Huldigung der Vaterstadt. Abends um 5 Uhr zog unterdem Geläute aller Glocken und von einer zahlreichen Volks-menge begleitet die Leiche des edlen Schultheißen, in dessenPersönlichkeit sich der letzte Ruhm und die Würde des altenFreistaates gespiegelt hatte, in die Hauptstadt des neuenKantons ein. Sie wurde nach dem Rathhause gebracht undauf einem stark erleuchteten Trauergerüste im Saale desGroßen Rathes an der Stelle, von der er so oft mitkräftigen Worten zur Versammlung geredet, zur Schaugestellt.
Am Morgen des 17. Aprils wurde das feierliche Leichen-begängnis gehalten, wozu nebst vielen angesehenen Personenaus andern Kantonen eine Abordnung der Stadt Thun , woSteiger ehemals Amtmann gewesen, und eine große MengeLandvolkes sich eingesunken hatte. Ohne öffentlichen Befehlwurden Wirthschaften und Kramladen wie an einem Sonn-tage geschlossen und keinerlei Geräusch unterbrach die feier-liche Stimmung der Gemüther. Von der Eerberzunft,deren Mitglied Steiger war und wohin man den Sarg inaller Frühe gebracht, begab sich der Leichenzug nach demMünster , an der Spitze die Weibel in der Standesfarbe,dann die Knaben aller Erziehungsanstalten mit ihren Leh-rern. Hinter dem von vierundzwanzig jungen Patrizierngetragenen Sarge folgte die Verwandtschaft, dann die Mit-glieder der alten und der neuen Regierung, die Stadtgeist-lichkeit, an welche sich eine große Anzahl Landprediger an-geschlossen hatte, das Offizierkorps aller Waffen, endlichdie sämmtliche Bürger- und Einwohnerschaft der Stadt inTrauer gekleidet; arme Handwerker und sogar Taglöhnerhatten sich schwarze Kleider zusammengebeten, um mit An-stand an dem nationalen Trauerseste Theil nehmen zu kön-nen. Am großen Portal begrüßte der ganze Stadtrath den