Band 
Fünfter Theil.
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herannahenden Zug; in der Kirche selbst aber setzte MozartsRequiem und eine Leichenpredigt die Zuhörer in die feier-lichste Stimmung, bis der Sarg von dem Trauergerüstezu der Gruft hingetragen wurde, in welcher die Mitbür-gerinnen des edlen Schultheißen ihm ein Blumenbett fürseinen letzten Schlaf zubereitet hatten?>).

Die Feier war zu Ende; der Eindruck blieb. Von denStrahlen des Ruhmes umgeben war das Bild FriedrichNiklaus Steigers, dieser Ehre des Landes für alle Zeiten,sein Trost unter dem Zoche der Abhängigkeit, seine Ermun-terung beim Herannahen besserer Tage, aus dem Schattender Vergangenheit hervorgetreten. Ein vaterländisches An-denken ist der dauerhafteste Dienst, der dem Vaterlandegeleistet wird.

Neben seiner Grabstätte in goldenen Buchstaben aufschwarzem Marmor geschrieben, bilden die Namen der beiVertheidigung des hinscheidenden Freistaates gefallenen Ber-ner die Ehrenwache der Manen des großen Schultheißen ^).

Das Zahr darauf errichtete die in allen ihren Aeußerun-gen großartige Alpennatur ebenfalls ein Grab als Denkmalihrer Macht. Wenn man fene Thäler der Urschweiz durch-wandert, wo der Zauber der schönsten Gegenden durch dieSitten des Hirtenlebens erhöht wird, wo mit ländlicherZierlichkeit gebaute Dörfer in dem Spiegel eines SeesWiderscheinen, wo auf mit Sennhütten besäeten Hügeln dieHeerden weiden, die Gesänge des Holzhauers und des Hirten

71) Manual des Staatsraths von Bern , 20. Febr., 19. März, l.,9. u. 19. April, unter dem Datum des >7. Juli ein vollständigesVerbal der Feier; von Tlllier I. 189 — 193.

72) An dem Tage, an welchem man seine irdischen Ueberreste in Augs-burg auSgrub, starb seine Wittwe; sie wurde am Tage nach derTodtenfeier in demselben Grabe mit ihm vereinigt. Mutach III,33, 34.