Band 
Fünfter Theil.
Seite
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der Landammann entledigte sich dieser Pflicht okme Ueber-treibung in einem kurzen den Umständen angemessenen Schrei-ben^). Mehr that man nach dem Friedensschlüsse. DerLandammann Reinhard beauftragte den General von Wat-tenwyl in der Eigenschaft eines außerordentlichen Gesandten,dem er den Kanzler Mousson beigab, dem siegreichen Kaisernach Paris die ehrerbietige Huldigung der Eidgenossenschaft zu überbringen, wobei er der wachsamen Behutsamkeit derAbgeordneten verschiedene Interessen, unter denen besondersdiejenigen, die durch das willkürliche Verfahren Oestreichsbeeinträchtigt worden waren, empfahl. Bei Anlaß dieserSendung wurde der außerordentliche Gesandte am franzö-sischen Hofe, Herr von Maillardoz, zu dem Range einesbevollmächtigten Ministers erhoben; auch wurde währendder Anwesenheit der Gesandten der Marschall Lannes zumGeneralobersten der Schweizertruppen ernannt. Da dieSchwachheit leicht Hoffnung schöpft, so versprach sich dieEidgenossenschaft glückliche Folgen von dem Einflüsse diesesLieblings des Kaisers, welche Täuschung durch die günstigeAusnahme der Gesandtschaft sowohl von Seite des Monar-chen als seiner Großwürdeträger einigen Schein erhielt.

Während Napoleon mit einer Hand den Norden zurück-hielt, entriß er mit der andern im Süden ganze Provinzenihren Herrschern und fügte sie seiner Monarchie bei. DieMark Ancona, die Provinz Urbino und andere vom Kir-chenstaate abgetrennte Gebtetstbeile wurden zu Departementsdes Königreichs Italien umgewandelt. Die weltliche Herr-schaft des Papstes schien durch den Monarchen bedroht, derschon andere italienische Staaten seinem Kaiserreiche einver-leibt^), und so eben im Norden auch Wesel , Vließingen und

2) Der Landammann Merlan an Kaiser Napoleon , 16. Dec. 1806.

3) Oben S. Sl.