Band 
Fünfter Theil.
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dennoch konnte man Zweifel über die Absichten des Ver-Mittlers fassen, als die Aeußerungen bekannt wurden, dieer an eine waadtländische Abordnung richtete^), die nachParis gesandt worden war, um die Umtriebe einiger Bernergegen den Kanton Waadt zu entkräften. Am Ende der Au-dienz sagte der Kaiser: „So, es geht gut in Euerm Lande,ich bin mit Eurer Verwaltung zufrieden, die Aufsicht aufEurer Grenze wird gut vollzogen. Zch habe darüber erfreu-lichen Bericht. Der Vermittlungsakt ist die schweizerischeCharte, ich werde derselben getreu bleiben und sie beschützen,so lange man sie aufrichtig vollzieht. Wenn aber die Herrenvon Bern auf Euer Land Anspruch machten, oder die Voll-ziehung nicht richtig wäre, so käme ich nach der Schweiz und nähme sie." Mit diesen Worten entfernte sich derKaiser rasch, ohne dem Herrn Müret Zeit zur Danksagungund zur nähern Prüfung zu lassen, ob er die letzten Wortein drohendem Ernst oder in scherzendem Muthwillen ge-sprochen ^).

Die Erhaltung der Verfassung und des Gebietes derSchweiz erstreckte sich nicht auf das von Bonaparte 1803willkürlich von derEidgenossenschaft losgetrennte W allis^).Der dortige französische Resident machte bei seiner Rückkehrvon Paris nach Sitten am 3. August dem Staatsrathe dieEröffnung, der Kaiser habe in der Verfassung des Frei-staates wesentliche Mängel gefunden, weßhalb er siebennamentlich bezeichnete Notabeln einlud, sich sogleich nachParis zu begeben. Sie wurden aus allen Parteien gewählt.Der Herzog von Cadore, Minister der auswärtigen Ange-legenheiten, rügte gegen sie mehrere Mängel ihrer Ver-

33) Müret und Monod.

34) Stapfer an Rengger, 20. Sept. 1810. Leben von Albrecht Reug-

ger, II, 142.

35) Band XIV, 222—225.