Band 
Fünfter Theil.
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fassung, und machte ihnen Vorwürfe über den schlechtenUnterhalt der Simplonstraße, den schlechten Zustand einesBataillons und Umtriebe und Einverständnisse, welchewährend des letzten Krieges zwischen Wallis und Tyrol statt-gefunden haben sollten. Die Abordnung wurde dann einge-laden, eine Denkschrift über die Mittel zur Abhülfe allerdieser Beschwerden einzugeben^). Diese täuschenden For-malitäten dienten aber nur als Vorspiel zu der willkürlichenVereinigung des Wallis mit Frankreich, die Napoleon be-schloß und der Walliser Staatsrath dem Lande bekanntmachte^). Der General Berthier nahm mit kaiserlichenTruppen im Namen S. M. Napoleons des Großen vondemselben Besitz. Mit Schmerzen fühlte die Schweiz dieBande, die sie mit dem Wallis vereinigt hatten, unter derHand, die sie bereits so sehr gelockert hatte, nun vollendssich lösen. Alles knüpfte dasselbe an die Eidgenossenschaft ,seine Alpen , sein Hirtenleben, seine doppelte Sprache, mehr-hundertsährige Gewohheit, gemeinsame Kämpfe und gemein-same Leiden.

Zwei Zahre früher hatten die Kantone Waadt und dieTagsatzung mit unterthäniger Bereitwilligkeit das im waadt -ländischen Zura gelegene Dappenthal an Napoleon abge-treten, weil es dieser zur Anlegung einer direkten Straßezwischen Paris und Genf , das nunmehr Hauptort einesfranzösischen Departements war, nöthig hattet).

Eine Herrschaft, die so geringen Widerstand fand, ver-mochte aber den Ehrgeiz Bonapartes nicht zu sättigen, wenner sie nicht in einer von ihm abstammenden Dynastie fort-setzen konnte. Durch Vermischung seines Blutes mit dem

36) Maillardoz an den Landammann von Wattenwyl, 21. August 1810.

37) Proklamation vom 15. Nov. 1810.

38) Abschied der Tagsatzung vom 19. Juli 1803, §. 36.