Band 
Fünfter Theil.
Seite
185
JPEG-Download
 

185

Gesandten, welche die kostbaren Geschenke, die sie erhielten,nicht für die schmerzlichen Aeußerungen entschädigten, diesie angehört hatten. Dann verfaßten und unterzeichnetensie gemeinschaftlich das Protokoll über diese Audienz^).Von Flüe und Müller-Friedberg reisten wieder ab.

Die ordentliche Tagsatzung, von dem Ausgang der eid-genössischen Sendung unterrichtet, beeilte sich, dem Vermitt-ler den Schmerz auszudrücken, den sie darüber empfinde,und die Gefühle der Eidgenossen zu rechtfertigen. „WennIhr Gewissen, wenn Zhre Gerechtigkeit uns anklagten, schriebsie an ihn, so würden wir an Zhre Großmuth appelliren ...Allein die Tagsatzung hat nicht das Unrecht, das man ihr zurLast legt; niemals, Sire, hat sie Zhre Macht, Zhre Wohl-thaten und die Hochachtung, die sie Zhnen mit so vielemRechte schuldig ist, vergessen . .. Wir feiern die Eröffnungunserer Tagsatzungen gemäß den Sitten unserer Altvordern.Die Gefühle eidgenössischer Einigkeit und Freundschaft undeinige Betrachtungen über die Lage des Vaterlandes stellensich dabei mit großer Manigsaltigkeit der Sprache, derGedanken und Talente in den Reden der Gesandten dar;nur ein Zrrthum, oder ein Mißverständniß haben über denTon dieser Reden täuschen können. Sire, die MajestätIhres Namens, wie die Zhrer Krone wird in unsern Ver-sammlungen stets unangetastet bleiben und die Repräsentan-ten der Kantone werden sich in dem Bewußtsein ihrer Pflich-ten mit Entrüstung gegen den Redner erheben, der so unklugsein und es wagen sollte, ein Fest zu stören, das zum feier-lichen Gedächtniß der Mediationsakte gehalten wird." Die

58) Ihr im eidgenössischen Archiv niedergelegter Bericht ist von« 28.Zuni t8ii.

Die mitgetheilten Stellen an- der Anrede Napoleons sind hiernach Herrn von Muralts getreuer Uebersetzung (Hans von ReinhardS. 199-201) gegeben. Der Uebers.