Band 
Fünfter Theil.
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Angelegenheit des Tessins wurde nur inmitten untertänigerErgebenheitsversicherungen an den Kaiser erwähnt ^). Soviele Demuth kostete den schweizerischen Stolz, allein dieTagsatzung hielt die Sicherheit des Vaterlandes dieses Prei-ses würdig.

Das Schreiben der höchsten eidgenössischen Behörde undSidlers dem Ministerium offiziell übersandte Rede beschwich-tigten den Zorn Napoleons . Reinhards neue Sendungwurde anerkannt und genehmigt, hingegen konnte er keinePrivat-Audienz bei dem Kaiser zur Uebergabe seiner neuenBeglaubigung erhalten. Ebensowenig bekam er seine Reise-pässe, als er sah, daß die Verlängerung seines Aufenthaltesin Paris zwecklos geworden. Der Herzog von Bassano(Maret), damaliger Minister der auswärtigen Angelegen-heiten, hatte Unterredungen mit ihm, allein ohne daß dieSachen einen Schritt vorwärts kamen. Er erklärte, derKaiser sei mit dem Benehmen Reinhard's ungemein zufrie-den und der Aufschub der Unterhandlungen laste keineswegsauf dem Gesandten, sondern auf der von der Tagsatzungbeschlossenen Verweigerung, den kaiserlichen Begehren zuentsprechen. Die vier Kommissarien, welche früher an demVermittlungswerke mitgearbeitet hatten und jetzt mit demeidgenössischen Gesandten alle seitherigen Verhältnisse durch-giengen, versicherten, es laste nicht ein einziger gegründeterVorwurs auf der Schweiz , riethen ihr jedoch, eher Schilfals Eiche zu sein.

Von der Tagsatzung zurückberufen °°), verließ Reinhardnach einem mehr als siebenmonatlichen Aufenthalte Paris ,zwar mit dem tröstlichen Bewußtsein, um dem schwerbe-

59) Die Tagsatzung an den Kaiser Napoleon , 8. Jnli 18N. Ab-schied , §. 39.

60) Abschied von 1811, §. 40.