Band 
Fünfter Theil.
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strengten die Beamten ihre Beredsamkeit zu Gunsten desEntwurfes an; die Verwerfung erhielt eine große Mehrheit.

Auch in einem Theil des Kantons Luzern regte sicheine dumpfe Gährung. Der Geheime Rath von Bern wurdedurch die „trefflichen Spionen" des Oberamtmanns vonAarwangen davon in Kenntniß gesetzt. Er fürchtete, seinKanton möchte angesteckt werden. Zn diesem Falle, schrieber an jenen Oberamtmann, „würde man zugeben, daß derbewußte Vertraute, der sich in die Geheimnisse der Luzerner einzuschleichen wußte, ihr Zutrauen sich ganz zu erwerbensuche, indem er sich den Schein gäbe, als nehme er anihren Umtrieben Theil"").

Auch die neuen Kantone hatten ihre Gährungen undVeränderungen.

3m Thurgau berührte ein von einem untergeordnetenIntriganten angestifteter furchtsamer Anschlag sehr flüchtigdie Oberfläche der Bevölkerung. Der Kleine Rath wurdedadurch bewogen, amtlich anzufragen, wie das Volk gegendie Landesverfassung gestimmt sei; und als einzelne Abände-rungen gewünscht wurden, ward dies Veranlassung, eineUmarbeitung vorzunehmen. Zn Folge davon wurde einearistokratischere Verfassung angenommen; man beschränktedie Wahlen durch Aufstellung eines Wahlcollegiums undeines höhern Census "). Jedoch bewiesen alle spätern That-sachen, daß Dieses Resultat keineswegs der Triumph einerPartei war").

3m Tessin ließen sich, als Uri seine Souveränetäts-rechte zurückforderte, das gemeine Volk in Livinen undunbesonnene Leute durch schöne Versprechungen bethören.

42) Manual des Geh. Rathes, 12. Mai 1814.

43) Pnpikofer, Gesch. des Thurgaus, H, 382—38S.

44) Müller-Friedberg, Schweiz . Annalen, I, 381—388.

Bd. xv. 21