368
Waadt widersetzten sich dieser Herausgabe, indem sie be-haupteten, daß diese sie als integrirende Theile des Kan-tons Bern zur Zeit, wo die Gelder angelegt worden,ebenfalls angehe ^).
Zn Nidwalden und Schwyz , wo die wegen Unzu-friedenheit mit dem Bundesoertrag entstandenen Unruhenfortdauerten, erwartete man den Entscheid des Congresses ").
Die beschränkten Ansichten des Egoismus sind einepolitische Plage. Indem die Schweiz Veltlin, Eleven undWorms zurückforderte, hatte sie ihr gutes Recht für sich,auch nöthigten sie alle militärischen Gründe, dasselbe derunter der östreichischen Gutmüthigkeit verborgenen Listgegenüber geltend zu machen. Uebereinstimmung und ent-schiedenes Auftreten hätten über die diplomatische Schlau-heit den Sieg davon getragen, die Schweiz hätte an Größeund Kraft gewonnen. Aber da sie ohne Willen und ohnePlan dastand, so ward sie betrogen. Oestreich dachte kei-neswegs daran, die von seinen Truppen besetzten Länderzu räumen. Zwar gab es zu, die Mächte hätten die Zu-rückgabe derselben versprochen, indem sie der Eidgenossen-schaft die Wiederherstellung ihrer alten Grenzen zusicherten.„Allein der Augenblick dazu sei noch nicht gekommen: Frank-reich hätte durch den Pariser Frieden einen Theil Savoyenserhalten; Veltlin sollte in den Händen Oestreichs ein Gegen-gewicht bilden; die Abtretung des Frickthales diene zudemals Ersatz und das Wiener Cabinet anerbiete sich ja nochüberdies zu einigen Abtretungen am Bodensee ." Auch fehltees diesem Cabinet nicht an Unterstützung. Der durch einsder Parteien Veltlins abgeordnete Graf Diego Guicciardi
18) Der Geh. Rath an Freudenreich, 8. Oct. 1811.
19) Siehe von Tillier, I, 227, 228, 253, 251; äs koveres,Itlem. IV, 331-334.