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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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rot-Aetzdrucke während mehreren Jahren zu Fr. 9—10 per Stab, als-Indiennes gedruckt, und zu Fr. 60. — per 1 Dutzend Chäles in 6 / 4 EllenBreite verkaufen. Nachdem dann das Geheimnis der Fabrikationsich gelüftet und fast alle Länder Europas, besonders aber Eng-land und die Schweiz sich derselben bemächtigt hatten, ver-mochte doch die Produktion wegen des starken Absatzes und derlangwierigen Färbe- und Druckoperationen noch lange Zeit derNachfrage nicht zu genügen.

1820 erfuhr der Artikel „Merinos“ eine neue Bereicherung*);nachdem nämlich der Chemiker Lassaigne ein Jahr zuvor durchLaboratoriumsversuche bewiesen hatte, dass sich Chromgelb(chromsaures Blei) direkt auf der Gewebefaser entwickeln lässt,,gelangte Daniel Köchlin als Erster dazu, diese den bisher bekanntenPflanzengelb in Feuer und Sattheit überlegene Farbe im Grossenin der Färberei und Druckerei und namentlich auch zum Gelb-ätzen türkischroter Tücher anzuwenden. Auch wusste er in derFolge seine Aetzmethode für verschiedene andere Grundfarbenpassend zu machen und dadurch neue und mannigfaltige Genreszu erzeugen; die Zugkraft derselben war jedoch im Vergleich zudem klassischen Türkischrotgrund mehr vorübergehender Natur*weshalb wir diesbezüglich auf die Fachlitteratur, besonders aufPersoz und v. Kurrer, verweisen. Dagegen müssen wir noch miteinigen Worten auf jene erste schottische Aetzmanier zurück-kommen. Während es nämlich nicht möglich ist, Türkischrot inähnlicher Weise wie den gewöhnlichen Krappartikel zu erstellen*war es in Ostindien nach dem Knüpfverfahren (S. 35) gelungen*die sog. Bandana- Tüchel, türkischrote, weissgetupfte Mouchoirszu erzeugen. Da dieselben auch in Europa guten Anklang fanden,bemühte man sich in Schottland dieselben nachzuahmen; indemman sich einerseits an das von den Indiern angewandte Prinzipanlehnte und anderseits ebenfalls angesäuerten Chlorkalk zur Zer-störung des roten Grundes anwandte, gelangte man zu folgendemVerfahren: Man brachte das türkischrote Baum Wolltuch auf eineBleiplatte, welche in Form zahlreicher „Bollen“ („Mouches“) oderVierecke (Carreaux) gelocht war; alsdann legte man darüber eine

•) Dollfus-Ausset’s „Materiaux“ Bd. I S. 243.