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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Weise dem Handdruck auf dem Kontinent und besonders imG-larnerland noch viele Jahrzehnte lang ein schönes Feld der Thätig-keit erhalten blieb. —

Die Fortschritte in der Kolorie im engern Sinn, welche wirzum Verständnis des später Folgenden ebenfalls noch kurz durch-gehen müssen, bestanden teils in der Entdeckung neuer Färbe-materialien, teils in der Erfindung neuer Fixationsverfahren für alteund neue Farbstoffe. In ersterer Hinsicht nennen wir:

1) Das Ferrocyanblau 1 ) (Berlinerblau etc.). Im Altertumund Mittelalter war die Auswahl an blauen Farbstoffen höchstbeschränkt. Die Färber und Drucker waren ausschliesslich aufden soliden und beliebten, im Ton jedoch etwas stumpfen Indigound den mit ihm fast identischen Farbstoff des Waid angewiesen;die Kunstmaler verwendeten daneben auch pulverisierten Lasur-stein (Lapis Lazuli), welcher als seltenes Mineral im Preis oft höherals Gold stand. Im Jahr 1550 entdeckte man in einer GlashütteSachsens die Bildungsweise der Smalte (Kobaltglas), welche pulveri-siert als feurige violetblaue Malerfarbe willkommen war; da esfür dieselbe kein Lösungsmittel gab, war es nicht möglich, sie aufGeweben chemisch zu fixieren und als die Leinölfarben ausserGebrauch gekommen waren, bediente man sich ihrer im Textil-gewerbe nur noch zum Bläuen der Apprette. 1704 entdeckte einBerliner Farbenkünstler namens Diesbach bei einem chemischenExperiment die Bildung eines in Nüance dem Indigo ähnlichen,jedoch etwas lebhafter gefärbten Niederschlages, der als Berliner-blau, oder Bleu de Prusse alsobald zu einer beliebten Malerfarbewurde. Der französische Chemiker Macquer gab 1749 wissenschaft-liche Erläuterungen über diese Farbe, lehrte ihre Umwandlung inBlutlaugensalz (Ferrocyankalium) und zeigte an Laboratoriums-versuchen die Möglichkeit, sie und ihre Zersetzungsprodukte zumFärben und Drucken zu benutzen. Der erste, welcher sie in den1790er Jahren, vielleicht auch schon etwas früher, praktisch indie Zeugdruckerei einführte, war Jean-Michel Haussmann (S. 143);.er löste das Berlinerblau in Salzsäure und Alaun auf, verdickte

5 ) SieheDollfus-Ausset’s „Matdriaux“ Bd. I S. 20 u. 100 u. 110undBd.IIS. 205 u. 210: Graham-Otto’s Lehrbuch der Chemie“ (Braunschweig 1863) Bd.IIS. 1155; v. Kurrer’s Druck- und Färbekunst, Bd. III S. 248, 257 u. 275.