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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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mit Amlung und erhielt so eine brauchbare blaue Applikations-farbe. 0 Etwas später gelangte er dazu, mit Eisenbeizen grun-dierte oder bedruckte Baumwolltücher imittelst Ferrocyansäureschön uni-blau bezw. weiss gemustert zu färben. Solche Produkteund sogar das Blau in zwei Abstufungen brachte auch der Kattun-fabrikant Maukisch in Pirna (Sachsen) schon 1802 an den Markt;,da aber das dazu nötige Blutlaugensalz damals noch aus demBerlinerblau durch Rückbildung gewonnen werden musste, kamdas Verfahren viel zu teuer, als dass es für den Baumwolldruckin starken Aufschwung hätte kommen können; dagegen erregte esgrosses Aufsehen, als der Chemieprofessor Raymond pere in Lyondasselbe 1811 auf Seide übertrug und es sich herausstellte, dassdie zu Ehren der französischen Kaiserin mit bleu Marie-Louise ge-taufte Farbe nicht nur lebhafter, sondern speziell für die Seiden-färberei überhaupt viel geeigneter war als Indigo. Raymond er-hielt von der „Aufmunterungsgesellschaft“ in Paris einen Preisvon Fr. 8000 zuerkannt. Ein weiterer bedeutender Fortschritt ge-lang gegen das Jahr 1886 einem Wollfärber in der Umgebung vonParis; indem er als Beize für die Wolle neben den Eisenoxyd-salzen noch Zinnsalz verwendete, erzielte er das sog. bleu de France(Französisch blau), dessen Reinheit und Feuer bis zur Entdeckungder Anilinfarben unübertroffen blieb. — Nachdem es inzwischen(1820—1826) in Frankreich und England gelungen war, das Blut-laugensalz direkt und fabrikmässig aus billigen Rohstoffen zu ge-

0 Um die gleiche Zeit (kurz nach 1792) schrieb Haussmann eine be-sondere Abhandlung über die Rolle der Zinnverbindungen als Beizmittel inder Färberei und Tafelfarbendruckerei und komponierte durch Mischen vonKreuzbeerabsud, Thonerdemordant und essigsaurem Indigo oder von Berliner-blaulösung an Stelle des letztem ein Applikationsgrün, dessen man sich unterdem Namen „Apfelgrün“ (Yert de pomme, vert de Saxe) lange Zeit mitVorliebe bediente. Wenn auch das Manuscript Ryhiner und die zürcherischenHalbseidendrucke (S. 58) beweisen, dass die Zinnverbindungen und derschwefelsaure Indigo (S. 59) schon früher in der Tafelfarbendruckerei Ver-wendung gefunden hatten, so ist doch unbestreitbar, dass letztere durchHaussmann wesentlich vervollkommnet wurde. In mancher Beziehung eilteer seiner Zeit voraus, indem er z. B. schon das zinnsaure Natron als Beizeund verschiedene „Lake“ natürlicher Farbstoffe herstellte und empfahl, welcheerst später in der „Dampffarbenmanier“ ihre volle Bedeutung gewannen.

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