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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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liehen Gebäuden fand erst später und ausnahmsweise statt; daund dort hatte sich dagegen der hausindustrielle Betrieb auf einenetwas grossem Fuss gestellt, indem Häuser mit passenden Räum-lichkeiten für 4—6 und selbst mehr Webstühle eingerichtet undzum Betrieb derselben „Webermägde“ aus den abgelegnem Landes-teilen angeworben wurden. 1 ) AVie die Handspinnerei, so hatteauch die Handweberei in guten Zeiten ihre Poesie, so dass dieanmutige Schilderung, die Göthe in den 1790er Jahren von derzürcherischen Hausweberei entwarf, in den 1820er und 30er Jahrengewiss auch in unserm Ländchen da und dort zutreffend war.Wir können uns daher nicht enthalten, als Pendant zu S. 92 TIeinige bezügliche Stellen aus „Wilhelm Meister’s Wanderjahren(Buch 3, Kap. Y) hier einzuflechten. 2 ) Göthe macht uns mit demwandernden „Gevatter Geschirrmacher“ bekannt, dem Faktotumder zerstreuten Weber, denen er von Zeit zu Zeit die „Geschirre“und wenn nötig den Webstuhl überhaupt zu recht zu machenhatte; dann beschreibt er das Sieden des Zettelgarns in mit Stärkeund Tischlerleim versetztem Wasser, und das Spuhlen, welcheleichte Arbeit der Grossvater hinter dem Ofen und etwa Kinderverrichten; ferner das umständliche „Zetteln“ oder „Scheren“ aufden grossen Schweifrahmen und das Aufwinden des gezetteltenGams auf den Weberbaum. Endlich spricht er vom „Eindrehen“ rvom Schlichten der Kettenfäden auf dem Webstuhl selbst undvom eigentlichen Weben etc. wörtlich wie folgt:

„Vom alten Gewebe ist noch etwa eine Viertelelle am zweiten.AVeberbaum übrig geblieben, und von diesem laufen etwa drei ATertel-ellen lang die Fäden durch das Blatt in der Lade sowohl als durchdie Flügel des Geschirrs. An diese Fäden nun dreht der AVeberdie Fäden des neuen Zettels, einen um den andern, sorgfältig an, undwenn er fertig ist, wird alles Angedrehte auf einmal durchgezogen, sodass die neuen Fäden bis an den noch leeren vordem AVeberbaum reichen;die abgerissenen Fäden werden angeknüpft, der Eintrag auf kleine Spuhlengewunden, wie sie ins AVeberschiffchen passen, und die letzte Vorberei-tung zum AVeben gemacht, nämlich geschlichtet.“

J ) Vgl. die gefällige Mitteilung von Herrn Fabrikinspektor Dr. Schülerim Korreferat, S. XXXXI.

2 ) Eine treffliche, von Abbildungen begleitete Schilderung der altenHandweberei findet sich auch im „Buch der Erfindungen“ 9. Aufl. VIII. Bd.,Leipzig 1898.

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