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„Yon weit grösserer Bedeutung ist aber die Wollen-Industrie, welchein eigentlichen derartigen Etablissementen kunstgerecht betrieben wird. Diedrei vorhandenen derartigen Anstalten, unter welchen sich diejenige derHH. Gebrüder Hefti in Hätzingen am meisten auszeichnet, liefern jährlich : ’)
a. Etwa 400 k 500 Zentner Wollengarn in allen Nummern, vom ordi-nären Strumpf- und Halblein bis zum feinsten Circassienne und Gilet-Garn im Werthe von 16—40 Batzen per Pfund. Dasjenige Garn,,welches nicht zu weiterer Fabrikation selber benutzt wird, setzt manan andere Schweizerfabrikanten ab.
b. Ungefähr 3000 Stück in Circassiennes und halbleinenen Stoffen; derWert dieser (gefärbten) Wollenstoffe steigt von 15 bis 45 fl. per Stückund mag einem Gesammtwerthe von 100,000 fl. nahe kommen oderdenselben noch übersteigen. Diese Sorten Tücher werden grössern-teils in der übrigen Schweiz abgesetzt.
e. Etwa 350 wollene Druck-, Chassis- und Filztücher im Werthe von.30,000 fl., davon werden für ungefähr 20,000 fl. durch die Druckereienim Lande selbst verbraucht und etwa für 10,000 fl. nach der übrigen.Schweiz selbst ausgeführt.“
Diese zweite Abtheilung der-Wollen-Industrie beschäftigt etwa 170Personen mit einem jährlichen Verdienste von mehr denn 10,000 fl.“
„Schliesslich muss noch bemerkt werden, dass zur Betreibung dersoeben bezeichneten Wollen-Industrie die Wolle in feinen Sorten beinaheausschliesslich aus dem Königreiche Ungarn, in einem Quantum von 600'bis 800 Zentner, in einem Gesammtwerthe von 50,000 bis 60,000 fl. jähr-lich bezogen wird.“
„Mechanische Baumwollen-Spinnerei. In gegenwärtigemAugenblicke sind im Kanton Glarus 10 mechanische Baumwollenspinnereien J )mit 62,060 Spindeln, meistens von neuer vollkommener Konstruktion, in.Thätigkeit. Diese zum Teil sehr grossartigen industriellen Anstalten ver-arbeiten wöchentlich 312 oder jährlich 16,224 Zentner Neuschweizergewicht,,im Gesammtwerthe von gegen 500,000 fl. Baumwolle, welche in geringemQuantitäten von Baumwollenhandlungen in Zürich und Winterthur, grossem-
*) Die zwei andern, auf bescheidenem Fusse arbeitenden Firmen waren: FriedrichSchindler-Streiff (S. 187 T. II) im «Rüteli» in Mollis und Hilarius Glarner (1786—1862) in Glarus.Letzteres Geschäft Mess im Anfang des XIX. Jahrhunderts Jakob Glarner jgr. & Sohn undumfasste damals hauptsächlich Weberei, Walkerei und Färberei von Kleiderstoffen,Wohnhaus samt kleiner Fabrik dieses Jakob Glarner (1760—1852) «in der Meerenge»stiessen unmittelbar an den Stammsitz der Landammänner Xiklaus und Kosinus Heer;,die Tuchwalke befand sich zu oberst am strengen Bach. Als 1817 im Wollgescliäft eineStockung eintrat, gelangte jenes Wohnhaus zum Verkauf und beherbergte nun vomfolgenden Jahre an die in Verbindung mit einer Vereinigung glarnerisclier Schulfreundegebildete Lehranstalt Isler & Bruch (nachmals Spielberg), welche 18& zur ersten ÖffentlichenSekundarschule des Kantons umgebildet wurde. — Sohn Hilarius Glarner beschränktesich in der Folge fast ausschliesslich auf die Weberei und Walkerei der in der Druck-ndustr ie stark gebrauchten Chassis- und Drucktischtücher, welcher Zweig nach,seinem Tode von der Firma Glarner & Imboden noch mehrere Jahre fortbetrieben wurde..2 ) Siehe diese Abhandlung S. 238, 244, 246, 249, 250, 252 u. 254.