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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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296
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herr Peter Jenny von Sool (geb. 1808, noch heute in Sirnach, Kt.Thurgau, lebend) erworben und 1852/53 unter Benutzung einerWasserkraft am Sernft in eine mechanische Baumwoll-Weiss-weberei— Firma „Weberei Engi“ — umgewandelt wurden. DasGeschäft, das nach und nach auf 250 Webstühle gebracht wurde,hatte längere Zeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen; an die Stelledes zweitgenannten austretenden Besitzers war nach einigen JahrenHerr Streiff - Jenny „auf Erlen“ (Glarus) getreten, und Ende der1870er Jahre ging es an Herrn Felix Jenny-Becker in Schwandenund dessen Schwager, Herrn Joh, Becker-Freuler von Ennenda,1887 sodann an des Erstem Brudersohn, Kenn Fritz Jenny, über.4'Jahre später wurde es durch einen Brand zerstört.

Die beiden missglückten Versuche zur Einführung der Bunt-weberei in einem hiefür günstigen Zeitpunkt beweisen, wieschwierig es oft ist, neue Industrien, völlig isoliert, in einer Gegendanzusiedeln. Daneben ist auch zu berücksichtigen, dass die finan-ziellen Kräfte der damaligen glarnerischen Industriellen durch denBau mechanischer Spinn- und WeissWebereien aufs äusserste an-gespannt waren und sich daher bei ihnen wenig Geneigtheit zeigte,sich in die komplizierte Buntweberei einzulassen. Inzwischen istunser Ländchen, wie aus Anmerk. 1 S. 261 ersichtlich, auch indiesem Textilzweige zu einem bedeutenden Repräsentanten ge-kommen.

Im Jahr 1864 erhielt die Gemeinde Engi unter der Firma„Weberei Sernfthai“ ein zweites Etablissement, indem einer ihrerBürger, Herr Ständerat Leonhard Blumer (geb. 1841), welchersich frühzeitig für die kaufmännische Laufbahn entschlossen undausgebildet hatte, in Verbindung mit der Baumwoll- und Tücher-Kommissionsfirma B. Fr euler 1 ) in Zürich, unter Benutzung derWasserkraft des „Mühlebachs“, einen Bau für 180 Webstühle er-richtete. Während fast alle glarnerischen Webereien bis dahin nurDrucktücher (Calicots und Mi-doubles) erzeugten, fasste man hiervon Anfang an die Erstellung grober und feiner Hemdentücher,

J Damalige Teilhaber derselben waren Herr Balthasar Freuler, Bruderder Herren „Gebrüder Freuler“ in Ennenda, und Herr Leuginger-Zehnder vonMollis.