321
b. Gründung neuer Druckfabriken in der Periode von 1820—1860;Charakteristik der verschiedenen Zweige der gl arnerischen Zeugdruckerei.
Während wir bisher den Hauptort Glarus als wichtigstenSitz der Zeugdruckerei kennen gelernt haben, tritt in der vor-liegenden Periode mehr und mehr Ennenda in den Vordergrund,so dass am Schluss derselben beide Gemeinden in Umfang derProduktion u. s. w. ungefähr den gleichen Rang einnehmen. Alseiner der Träger dieser neuen Entwicklung und als eine dermarkantesten Gestalten unter den glarnerischen Industriellen über-haupt erscheint Fabrikant Jakob Trümpy (1808—1889). Als Sohneines wenig bemittelten Bauers in Ennenda geboren, war es ihmbeschieden, das industrielle Leben seiner Heimatgemeinde in neueBahnen zu lenken und durch sein Beispiel und seine Erfolge zu-gleich Andere zur Nacheiferung anzuspornen; bei seinem Endezählte er zu den reichsten Bürgern des Landes.
Schon im Alter von 9 Jahren als „Streicher“ mit seinenaltern Brüdern und einigen andern Ennendaner Knaben in diekleine Fabrik von Peter Brunner in Glarus eingetreten, lernte erim 11. und 12. Jahr nebenbei lesen und schreiben, war als löjähriger,körperlich sehr kräftiger Bursche wohlbestallter Handdrucker undbeschäftigte sich daneben auch mit Zeichnen und Modelstechen.Unstreitig hatte er schon zu dieser Zeit den festen Entschlussgefasst, auch einmal Fabrikant zu werden; denn ein Jahr daraufmachte er zu Hause die ersten Druckereiversuche auf einer Koffermit Farben, die er sich in der Küche kochte, worüber sein Vaterklagte, der „Jaggli“ verderbe ihm alle Pfannen. Ein Nachbar,Schreiner von Beruf, der Freude an dem strebsamen Jungen hatte,schenkte ihm bald einen regelrechten Drucktisch. Im Frühling1825 begab sich Jakob Trümpy auf die Wanderschaft, sprach inden Druckereien von Richterswil und Frauenfeld vor und bliebschliesslich, wie sein Reisepass noch ausweist, zwei Monate als„Imprimeur d’Indiennes“ in der Fabrik Witz, Blech &• Cie. in Cernay
austrat, nahm in der Folge unter der hervorragend tüchtigen Leitung vonHerrn Cosinus Jenny einen sehr bedeutenden Aufschwung, indem dieSpinnerei in Kennelbach reorganisiert, durch eine Weberei ergänzt und späterneue Etablissemente in Telfs und Imst (Tirol) errichtet wurden.
21