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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Birnbrod, das mir meine liebe Mutter heimlich zugesteckt hatte, währendder Vater mir, des Fortgehens wegen, zürnte. Nachdem ich in Lichten-steig übernachtet, erhielt ich am folgenden Tag in Herisau in zwei Fabrikendie Eeisekassen-Unterstützung, jedoch keine Arbeit; wohl aber konnte ichdann bei Herrn Höslv in St. Gallen (d.h unterhalb St. Fiden) als Druckeranstehen. Ich war anfänglich im dortigen Kosthause einlogiert; als ichjedoch Sonntags zur Kirche ging, wurde ich als „Pietist“ die Zielscheibe desSpottes, worauf mir ein älterer Mann riet, in der Stadt an die Kost zugehen, wo ich etwas theurer aber besser aufgehoben sei. Diesen Kathbefolgend, fand ich an der Schwertgasse ein Kosthaus, wo ich zum erstenMal in meinem Leben ein Tafeltuch zum Essen hatte und schönes Ge-schirr, jedoch nicht allzu viel darin für einen noch im Wachsthum befind-lichen Burschen. Da ich aber Zimmer und Bett in guter Ordnung hatte,mochte mich die alte Kostgeberin wohl leiden und gab mir täglich gratisgrosse Stücke Brod in die Fabrik mit. Meine Tischgenossen waren nunkeine Kattundrucker mehr, sondern Comptoiristen, Schauspieler und einPrivatlehrer und Musiker. Durch ihre Gespräche ging mir unwissendemJüngling ein ganz neuer Horizont auf, so dass dieser Umgang auf meineEigenart einen bleibenden Einfluss ausübte. Ich warf mich aufs Lesen,zuerst von einer Unmasse von Kalendern, dann der „Stunden der Andacht“und von schöner Litteratur. Ein Schauspieler, welchem ich alle Morgendie Schuhe wichste, lernte mich zum Dank dafür rechnen, was ich bisjetzt nur in „Bauernzahlen“ nothdürftig verstanden hatte. Da ich michanständig betrug und jeden Montag in einem säubern Hemde erschien,während die meisten der andern fremden Drucker sich mit einem Hemdund einem Rock gross machten, erkor man mich zum Genossen des einenmit mir gleichaltrigen Sohne des Herrn Hösly. Der Genannte war da-mals vom „Ernst des Lebens“ noch nicht durchdrungen und so kam esdann, dass, wenn er Tags über etwa für einige Stunden aus der Fabrikverschwand, ich ihn in der Farbküche vertreten durfte. Ich gelangte aufdiese Weise in den Besitz verschiedener Farbenrecepte, was den Gedankenin mir aufsteigen liess, ich könnte selbst auch einmal „Fabrikant“ werden.In St. Gallen zum Druckermeister vorgerückt und dann als quasi Direktorin Wehr bei Lörrach brachte ich es dazu, mir einige hundert Gulden zuersparen. 1844 kehrte ich nach Hause zurück und 2 Jahre darauf machteich mich dax-an, jenen Plan zur Ausführung zu bringen, wobei es mir nochgelang, von Herrn Dinner im „Halten“ und Rathsherr Kaspar Aebli jefl. 200. — als Darlehen zu erhalten. Ich kaufte einen Stall (den „blabenGaden“ beim „Weidenbeet“) und stellte dai-in nach und nach 18 Druck-tisehe auf, während in einer benachbarten alten Messerschmiede ein Auf-rollstuhl und eine Calander untergebracht wurden ; letztere, in primitivsterConstruktion, bloss mit 3 Hai’t holz-Walzen versehen, bezog ich von Mühle-macher Leuzinger in Netstal; drei Drucker halfen jeweilen einander, siein Bewegung zu setzen und sich darauf die weissen Stücke (als Vorbereitung

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