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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Färbereien und Druckereien in Netstal. Im Jahr 1820■errichtete Ratsherr Joh. Jakob Leuzinger z. „Raben“ und seinjüngerer Sohn Joh. Melchior (geh. 1801) unter der FirmaLeuzinger & Sohn jgr. in Netstal eine kleine Türkischrotfärberei, imVolksmund die „Raben“- oder „Rappenfabrik“ genannt. Aus Ge-schäftskorrespondenzen der 1820er Jahre ist ersichtlich, dass dieHandelsleute, welche bei ihnen färben liessen, mit dem Produktwohl zufrieden waren, dass sie aber öfters über die allzulange Liefer-zeit klagten. Die Einrichtungen waren eben sehr primitiver Artund überdies bedienten sich die Leuzinger eines sehr umständ-lichen Verfahrens. In einem Briefe der Firma Barth. Jenny & Cie.vom Jahr 1828 heisst es beispielsweise, Egidius Trümpy verlangefür das Türkischrotfärben „nur 7 Wochen“, und wenn es dannauch meistens 8—10 Wochen dauere, so sei das noch lange nicht4*^—5 Monate, wie man in Netstal warten müsse, wo überdiesbei Eintritt strenger Winterkälte die Färberei gänzlich eingestelltund gewöhnlich erst im Februar wieder in Gang gesetzt werde. 1 )Bei dieser Gelegenheit möge eingeschaltet werden, dass es auchspäter nicht gelang, die Zeitdauer des alten Türkischrot-Färbe-

trauensmann empor. Ende 1876 trat er zurück und gründete mit seinemFreunde,Herrn Joh. Heinrich Blumer (früher in Firma Blütner <£' Tschudi, Druckfabrik inGlarus) die Weberei „Enrico Blumer & Cie.“ in Nembro, wurde aber schon imJuni 1878 vom Typhus dahin gerafft. Unterdessen war sein Neffe, HerrJostLuchsinger (geb. 1858 als Sohn von Caspar Luchsinger, Druckermeisterin der Fabrik P. Blumer & Cie., und der Agatha Luchsinger, Schwester desJean Luchsinger in Nembro) in ftanica zu einer ähnlichen Stellung gelangt,nachdem er dort 1875/78 die kaufmännische Lehre durchgemacht hatte. DaHerrn Zopfi seine beiden Söhne Heinrich und Emil durch den Tod entrissenworden waren, ordnete er kurz vor seinem Ableben die Nachfolge in derWeise, dass das Geschäft käuflich an seine Frau und an die Herren JostLuchsinger, Peter Tschudi und Alfred Tschudi überging. Diese Nachfolgerhaben seither das Stammgeschäft (Spinnerei, verbunden mit einer in dergleichen Gemeinde gelegenen Weberei von Domestics, Calicots, Croises, Repsund Faponnes) vergrössert und 1897/98 an der westlichen Stadtgrenze vonBergamo, am Seriokanal, ein neues Etablissement, Kammgarnweberei so-wie Bleicherei, Färberei und Appretur umfassend, errichtet.

l ) Dies geschah übrigens damals in den meisten glarnerischen Türkisch-rotfärbereien; auch von den Druckereien wird an anderer Stelle bemerkt,es gehe bei grosser Kälte, der mangelnden oder ungenügenden Heizungs-einrichtungen wegen, fast keine Ware ein.