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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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433
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6. Mignonettes, in Schwarz und Rot und auch Albumin-farben gedruckte, sehr leichte Blumen- und Phantasiedessins, inden Boden nachträglich oft helles Rostgelb (Nankin) eingepasst mitstarkem und 'glänzendem Appret. — Absatzgebiet: EuropäischeTürkei, besonders Serbien.

7. Foulards Uso Seta, Blumen, Ornamente und Figuren-bilder mit 1—5 glänzenden Anilinfarben und andern Tafel-, Dampf-oder falschen (ungewaschenen) Farben, oft auch als „Fichus“ ge-druckt, in weicher, glänzender Ausrüstung, in der ganzen europäi-schen Türkei gangbar.

8. Mouchoirs „Solidorange“ d. h. gefärbtes Chromorangemit Anilinschwarz, weiss- oder Rankin-bödig, besonders in Bulgarienbeliebt.

Von Türkischrot gingen in der ganzen Türkei neben einerMenge uni-roter, meistens 60 cm breiter Tücher (16/14 oder19/14fädig, in Coupons von 15 aunes), in den gleichen Qualitätenund Grössen auch 1—öfärbig geätzte Indiennes-Merinos mitund ohne „Double rose“, dann ähnlich fabrizierte Mouchoirs,Bettdecken, Fenstervorhänge, Chäl es, Portier es, die beidenletzten Artikel in prachtvollen vielfarbigen Cachemires-Dessins undbreiten und schweren Tuchqualitäten namentlich nach Persienverkäuflich.

Haben wir in Vorstehendem eine ausführliche Darstellungdes Orientgeschäfts in schweizerischen Druckwaren gegeben, somüssen wir hier 1 ) noch einen kurzen Abschnitt über die baum-wollenen Buntgewebe einschieben, wenn wir ein vollständiges Bildvon der Bedeutung erhalten wollen, welche die türkischen Länderals Absatzgebiet der schweizerischen Baumwollindustrie weilandgehabt haben. Die Anfänge des Exportes von weisser unbestickterund von weiss oder farbig bestickter St. Galler Mousseline fürFrauenschleier und Männerturbane lässt sich bis zum Jahr

’) NachDr. H. Wartmann’s „Handel und Industrie des Kantons St.Gallen“und privaten Mitteilungen glarnerischer Kaufleute sowie nach den „Neuenvolkswirtschaftlichen Studien über Konstantinopel“ (Wien, 1882, Verlag desorientalischen Museums) mit einem von Herrn Jenny-Oederlin verfassten Ab-schnitt über „Schweizer Baumwoll-Webewaren in Konstantinopel“.