434
1815 zurückverfolgen; später hatten diese Artikel sowie die inder Foige ebenfalls zur Einführung gelangenden bestickten Vor-hangstoffe schwer mit der Konkurrenz gleicher oder ähnlicherArtikel aus England und Frankreich zu kämpfen, konnten sichaber in einem gewissen Umfang bis in die Gegenwart auf denorientalischen Märkten erhalten. In den gleichen Jahren nun, inwelchen die Glarner Yasmasdruckerei entstand, that sich auch fürdie Toggenburger (und in der Folge für die übrige schweizerische)Baumwoll- Buntweh er ei in der Türkei ein glänzendes Absatzfeldauf und zwar meistens in Artikeln, die mit den glarnerischenDruckwaren in ihrer Anwendung nicht in Konkurrenz standen,indem es sich vorwiegend um Stückwaren (Cotonncccles) handelte.Der erste dieser Artikel waren die Printaniers 1 ), croisiert ge-wobene gestreifte Gewebe, die man schon in den 1820er Jahrenfür Italien und Dalmatien erstellt hatte, die sich aber auch alseinem einheimischen levantinischen Artikel nahestehend erwiesenund daher nun auf fast allen orientalischen Märkten, besondersfür Männerwesten und -Jacken, zu steigendem Absatz gelangten.Vom Ende der 1830er Jahre warfen sich sodann die St. Galler Kauf-leute und Buntweber auf die Nachahmung der besonders für Frauen-hosen (S. 403) in starkem Verbrauch stehenden, im Orient in Halb-seide farbig gewobenen Kleiderstoffe; die wichtigsten dieser teilseinfachen, teils auf Batieres- und Jacquard-Stühlen erstellten Baum-woll-Buntge wehe waren die Moreas, gestreifte, glatte undbrochierte,oft sehr feine Gewebe mit sehr dichtem Zettel und lebhaften Farben;die Cutnies, gestreifte, faqonnierte Atlasgewebe; Plakirs, gestreifteoder karrierte sehr reiche Jacquardgewebe, oft mit Gold oder Silberbrochiert; Demi-Cotons, gestreift und grobcroisiert gewoben undzwar wie die übrigen nur in Baumwolle, so dass der Name ledig-lich andeutet, dass es sich um eine Nachahmung von Halbseide-Halbbaumwolle handelt; sog. Gonzenbächli, karrierte und anderemit farbigen Blumen durchwirkte Mousseline- und Midouble-Gewebe,
*) Nach dem Sprachgebrauch der Kaufleute ist die obige Schreibweise dierichtige und nicht Printanieres. Die Entstehung und Bedeutung dieses Namensist nicht genau bekannt; während er wörtlich genommen mit „Prühlings-artikel“ übersetzt werden könnte, soll er nach Andern mit dem englischen„Prints“ (als Nachahmung englischer Druckwaren) in Verbindung stehen.