in der Schweiz zuerst von dem st. gallischen Hause Gonzenbachin den Handel gebracht. Nachdem derVerschleiss in diesen Artikelnin kurzer Zeit ganz aussergewöhnliche Dimensionen angenommenhatte, trat in der zweiten Hälfte der 1840er Jahre ein Rückschlag•ein und zwar durch die Konkurrenz der billigen und ziemlich solidenBaumwoll-Druckwaren Englands und durch die in brillantenFarben gedruckten Wollmousselines Frankreichs und Oester-reichs. Durch Aufnahme neuer Artikel und gediegene Ausführung■vermochte sich jedoch die schweizerische Buntweberei von den1850er Jahren an wieder herauszuarbeiten, so dass ihr Absatzspeziell nach den türkischen Ländern bis in die zweite Hälfte der1870er Jahre als ein recht bedeutender zu bezeichnen ist. Indieser Zeit und bis in die 1880er Jahre handelte es sich vorwiegendum folgende Genres: 1 . Printaniers (türkisch „Schaitan Besi“ oder'Teufelstücher genannt), teils in den alten klassischen Streifen-dessins, mit Weiss, Türkischrot und Indigoblau, je nach dem Vor-herrschen der einen oder andern Farbe als „Rotboden“ oder „Blau-boden“ bezeichnet, teils in Phantasiedessins, in welchen auch grüne,gelbe und anders farbige Streifen Vorkommen, in den Breiten von46—50 cm, in Stücken von zirka 50 m Länge, in neuerer Zeitauch wohl doppelbreit mit Verbindenden und in halbsoliden Farbengewoben; 2. Bobes Aladjas 1 ), 2—4farbige Streifendessins, Rot- undBlauboden vorherrschend, gelbe, weisse, grüne, orange und schwarzeStreifen zurücktretend, ähnlich den Printaniers, jedoch glatt undmit viel gröbern Garnen gewoben, Breite 42—50 cm, Länge zirka30 m, welche beim Verkauf in 4 „Roben“ von 6—8 m zerschnittenwerden und für Männerwesten, besonders aber für leichte, blousen-artige und meistens ziemlich lange Oberkleider, welche die Männerim Orient während der heissen Jahreszeit tragen, Verwendungfinden (früher nur in ächten, in neuerer Zeit auch in halbächtenFarben und doppelbreit, mit Verbindenden gewoben); 3. abgepasstePestimals (spr. Pestimels) oder Badetücher, als Trockentücherin den Bädern sowie auch als Badhosen oder Bademäntel in denorientalischen Städten in starkem Gebrauch (in den kostbarenSorten vom Inland geliefert), 3 / 4 bis 1 m breit und 1V 2 bis 2 mal
*) Auch Aladgias geschrieben und dabei j bezw. gi wie sch gesprochen..