Buch 
Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
Entstehung
Seite
437
JPEG-Download
 

437

Die Zollverhältnisse hatten sich für das Orientgeschäftvon jeher günstig gestaltet; in der Periode von 1830—1860, alsdie Großstaaten des europäischen Festlandes in schärfstem Pro-tektionismus erstarrt waren (S. 363 u. ff.), war es das türkischeReich, welches freien Warenaustausch, freies Spiel der wirtschaft-lichen Kräfte gewährte und so den Glarner Druckwaren ein lohnendesAbsatzfeld hot. Nach den schon S. 433 Anm. 1 erwähnten „Neuenvolkswirtschaftlichen Studien über Konstantinopel und das an-liegende Gebiet“ betrugen die türkischen Mauthgebühren für ausOesterreich-Ungarn kommende Waren vom Passarovitzer Vertrageim .Jahr 1718 an bis 1838 für Ein- und Ausfuhr nur je 3°/ 0 , für denTransitverkehr (nach Persien u.s.w.) je 5°/ 0 vom Werte. 1838 er-höhten sich diese Ansätze auf 5 °/ 0 für die Einfuhr und auf 12°/ 0 fürden Transit oder die Wiederausfuhr aus der Türkei; sie galten auchfür Schweizerwaren, die via Triest oder aus einem andern öster-reichischen Ausgangsorte nach der Türkei versandt wurden. Seit1861/62 ist die Schweiz im französisch-türkischen Handelsverträge•eingeschlossen und es beträgt der türkische Eingangszoll ungefähr8 % vom Werte; der Transitzoll wurde damals auf 1 % ermässigtund ist seit 1873 auf der Schwarzen Meer-Route ganz in Wegfallgekommen. Aehnlich lauten die Verträge mit den meisten derübrigen europäischen Staaten; nur sind in den verschiedenen Tarifenjeweilen die Wertansätze gewisser Warenkategorien festge-legt und in andern wieder nicht, weshalb kleine Unterschiedein den Zollbeträgen von Land zu Land Vorkommen und die türki-sche Zollbehörde sich in streitigen Fällen von jeher Vorbehaltenhat, den Zoll auch in natura zu beziehen. Seit einigen Jahrenhört man hin und wieder, die h. Pforte habe die Revision dieser-Staatsverträge ins Auge gefasst; eine wesentliche Aenderung (Ver-schlimmerung) ist jedoch glücklicherweise bis jetzt nicht eingetreten.

Ueber die Wandlungen in der Preislage der Yasmas-Artikelwährend der Periode von 1840—1860 ist in Kürze folgendes zubemerken: Infolge der vermehrten Konkurrenz trat bald nach 1840ein erheblicher Preisfall ein, welcher durch die weichenden Tücher-preise noch verschärft wurde. Man sah sich daher veranlasst, sichmit der veränderten Situation durch etwas billigere Qualitäten