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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Bedeutung), Geräte u.s.w. auf; sehr häufig sind aber erstere undletztere kombiniert, die einen in grossen Zügen entworfen, dieandern in kleinen Urformen und desto grösserer Anzahl an ein-ander gereiht und die Zwischenräume der eigentlichen Zeichnungausfüllend. Steht der Europäer diesem malerischen, aber gewöhn-lich durchaus nicht grellen „Durcheinander“ anfänglich etwas un-schlüssig gegenüber, so findet er sich doch bald darin zurecht undhat nun auch Gefallen daran; er begreift sehr wohl, dass die ver-wandten vorderindischen Produkte vor Zeiten im Abendlande Auf-sehen erregen und eine grosse Beliebtheit erlangen konnten. 1 )Unsere Schilderung der speziell javanischen Fabrikation wärejedoch unvollständig, wenn wir nicht noch zwei ihr eigentümlicheMerkmale besonders erwähnen würden; es sind dies der sogen.„Fluss “ und die „Wachsadern“. Ersterer ist darin begründet,dass die von der Battickerin sehr leicht aufgetragenen Wachs-konturen die nachfolgenden Färbebäder nicht absolut scharf ab-zuhalten vermögen, so dass die Farbe etwas einfliesst, sich ge-wissermassen ruhig nach Innen abtönt. Dieses Einfliessen findetbesonders in der [Soga-Küpe und beim Rotfärben statt (währendes in der Indigoküpe fast nicht bemerkbar ist). Wird auf dieseWeise eine weiche Umrahmung in einem gleichen abgehelltenTone sichtbar, so ist oft auch ein andersfarbiger „Fluss “ bemerk-bar; dieser wird erzeugt, wenn eine im ersten Bade angefärbteStelle auch dem zweiten Färbbade ausgesetzt wird, jedoch dassie umschliessende Wachs nicht mehr ganz an den frühem Randherantritt; alsdann sehen wir das als Doppelton entstehende Schwarzoder Braun von einer hellcachoufarbigen, bezw. roten oder rosa-farbenen Aureole umgeben. Wie der Fluss, so entstanden auchdie Wachsadern ursprünglich unbeabsichtigt, indem nämlich dieWachsdecke bei unvorsichtiger Hantierung vor dem Färben, be-sonders bei massigen Partieen, leicht entzwei bricht und das Färbe-

') Die in der glarnerischen Battickfabrikation abfallenden gedruckten„Resten“ werden von der Arbeiterbevölkerung stetsfort gern gekauft und zuJacken, Schürzen, Kinderkleidern u. dergl. verwendet. — Die früher in Süd-Dekhan und an der Küste von Koromandel blühende Wachsmalerei und Färbereiexistiert, nach der schon oben zitierten im Erscheinen begriffenen „Battick-kunst“, in beschränktem Umfange heute noch und findet ihren Absatz teilsim eigenen Lande teils an gewissen Plätzen von Niederländisch-Indien.