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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
Entstehung
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einige der umsichtigem und einflussreichsten Arbeiter zusammen und be-riethen sich, auf welchem Wege diesem abhängigen, das Ehrgefühl desArbeiters verletzenden Zustande abzuhelfen sei J ); diese Männer kamen aufden Gedanken, eine Krankenkasse zu gründen und zwar mit der Bestim-mung, dass jeder Arbeiter, der in der Fabrik der Herren Trümpy arbeitet,aufgenommen werden könne. Es wurde in der Fabrik eine Versammlungangebahnt, wo dann das Projekt sämtlichen Arbeitern, unter Hinweisungauf die Veranlassung, eröffnet und sie eingeladen wurden, sich dabei zubetheiligen, was auch wirklich bis auf w r enige Ausnahmen geschah. Andieser Versammlung wurden die Männer, die die Anregung gemacht, be-auftragt, Statuten zu entwerfen und eine zweite Versammlung adoptierteden darüber ausgearbeiteten Entwurf. Sofort liess sich eine grosse An-zahl Arbeiter einschreiben und der Inhaber der Fabrik, als ihm dieser Vor-gang bekannt wurde, bezeugte sein Befriedigung dui’ch ein schönes Ge-schenk. Der Eintritt wurde auf 1 Gulden und der wöchentliche Beitragauf 2 Batzen gesetzt. Nach einjährigem Stillstände wurde die Kasse er-öffnet. Das ist die Entstehung der Krankenkassen im hiesigen Kanton.Der Gedanke zündete und die Früchte der neugegründeten Anstalt wecktenbald zur Nachahmung. Im Jahr 1821 wurde die sog. glamerische Kranken-kasse in Glarus gegründet; ihren Stock machten wieder Arbeiter der da-maligen Fabrik der Herren Glarner auf der Presse. Schon im folgendenJahre bildete sich die allgemeine Krankenkasse in Glarus . Zu Ende der1820er Jahre finden wir die erste Krankenkasse ausser der Gemeinde Glarus in Schwanden; glamerische Arbeiter, die nach Schwanden gezogen, grün-deten in Verbindung mit den strebsamen Fabrikherren die Fabrikkranken-kasse der Herren Jenny & Blumer daselbst. Mit dem Jahr 1830 entstanddie Dorfkasse in Ennenda . So sprosste auf dem seJbigen Erdreiche einSegensbaum nach dem andern, die schöpferischen dreissiger Jahre zeigtensich auch hier wirksam und fruchtbar und wie die grosse Fabrikindustrienach und nach alle Landesteile umfasste, so treffen wir fortschreitend auchallerwärts Krankenkassen der Arbeiter an. Heute (1861) besitzt der Kanton17 solcher Krankenkassen für bürgerliche Arbeiter, zunächst für Fabrik-arbeiter.“

') Hier möge eingeschaltet sein, dass, nach dem „Thurg. Neujahrs-blatt“ von 1833 schon im Jahr 1813 in der Druckfabrik „Gebrüder Greuter& Bieter“ in Islikon (S. 129 T. II) eine „Reise- und Krankenkasse“ (wohl einesder ersten solcher Institute in der Schweiz ?) für Drucker, Modelstecher undFärber gegründet wurde, welcher Vorgang jedenfalls in Glarus bekannt war,da damals Glarner Drucker häufig auswärts und so auch in Islikon vorüber-gehend arbeiteten. 1823 zählte diese Kasse 60 Teilnehmer, erhob von den-selben wöchentlich je 6 Kr., bezahlte jedem kranken Mitglied wöchentlichfl. 3 und bei jedem Todesfall fl. 3 an die Begräbniskosten sowie einen ge-wissen Anteil am Reservefond; jedem durchreisenden, mit Schriften versehenenBerufsgenossen verabfolgte man 12 Kr. 1830 gründeten die „Handlanger“derselben Fabrik ebenfalls eine Krankenkasse.