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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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mann 1 2 ) eingerichteten Türkischrot-Aetzdruckerei in Richterswil eine bedeutende Erweiterung des Geschäftsbetriebes vollzogen. DaHerr Rieter-Rothpletz als Sohn von Heinrich Rieter z. roten Haus■(Associe der grossen Druckerei- und Färberei-Firma GebrüderGreuter & Rieter, S. 129) mit der gesamten'Fabrikation und denAbsatzgebieten wohl vertraut war, so konnte es nicht fehlen, dassdie Fabrik in Richterswil zu kräftige^ Entwicklung gelangte. Alstechnischer Direktor der Druckerei engagierte man Herrn Cd.Deutsch *), welcher später d. h. von 1875—1890 von seinem Sohne,Herrn G. H. Deutsch (früher Angestellter in der Druckerei vanVlissingen in Hellmojuäf Holland, gegenwärtig in der Bleicherei und Färberei von Herrn Carl Weber in Winterthur thätig) unter-stützt wurde. Ausser mit dem Aetzdruck in Hand und Perro-tine der in Neftenbach gefärbten türkischroten Tücher, nahm dieFabrik von Anfang an die Erstellung indigoblauer Indiennes imGrossen auf und führte 1854—1857 den Rouleaux-Druck vonIndiennes mit zwei vierhändigen Maschinen ein, wobei, wie schonS. 130 und 378 erwähnt, im Zeitalter der „Krinoline“ die duftigen,weissbödigen Jaconas 3 ) eine Hauptrolle spielten. Später erstellte

*) Derselbe hatte ausserdem, nach Dr. H. Wartmann, schon 1817 einemit einer Färberei verbundene kleine Spinnerei und ein Jahr darauf noch eineBleicherei inRapperswyl erworben und betrieb nun hier Bleicherei undTürkischrot-Garnfärberei; 1825 erfolgte der Uebergangzur Stü ckfärberei, diees bald auf einen jährlichen Umsatz von 8—10,000 Stück (ä 22'/, aunes ?) brachte.1857 fand eine Reorganisation statt, nach welcher die Leistungsfähigkeitjährlich 30,000 Stück, bei einer Arbeiterzahl von 85, betrug; nach einer aber-maligen Erweiterung im Jahr 1863 erhöhte sich die Produktion durchschnitt -lieh auf 40,000 sog. Doppelstücke (ä 45 aunes Länge und meistens 24 ZollBreite und Fadenzahl 19/17) unter der damaligen Firma H. de Joh. Hürli-martn; jetzt steht diese Fabrik schon seit einer grossem Anzahl von Jahren still.

2 ) Sein Vater, von Tägerweilen im Kanton Thurgau stammend, war50 Jahre lang Druckermeister bei Macaire in Konstanz (S. 88); er selbst be-gann hier seine Lehrzeit als Stecher, lernte dann die übrigen Zweige derFabrikation, namentlich auch die Rouleaux-Druckerei, kennen und wurdeGeschäftsführer in der Fabrik seines Schwiegervaters Hermann in Diessen-hofen (S. 132) bis er 1853 den Ruf nach Richterswil erhielt. Das kleineEtablissement in Diessenhofen (Türkischrot-Aetzdruckerei im Lohn) wurdenachher von Gebrüder Deutsch bis 1887/88 weiter geführt.

3 ) Die Jaconas- und Midouble-Druckartikel hatten im Eisass für Sommer-Kleidersoffe, Damen-Blousen etc. schon in den 1820er und 1830er Jahreneine Blütezeit erlebt, damals jedoch hauptsächlich in Krapp färben ausgefühn.