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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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man alle möglichen Indiennesgenres „ä la Mulhouse“ mit Einschlussvon „Meubles “, sowie auch türkischrote und indigoblaue Battick-Genres in Handdruck. Die Entwicklung machte stetige Fortschritteund erreichte um 1887/88 das Maximum mit der Erzeugung vonjährlich zirka 3 1 / 2 Millionen Meter (deren Wert wohl auf ungefähr2 Millionen Franken zu veranschlagen ist), wobei 3 Rouleaux-Maschinen, 7 Perrotinen und eine ziemliche Anzahl Handdruck-tische in Thätigkeit waren. Damit kam die Firma Bieter, Ziegler& Cie. der bisher grössten Produktion, welche die Konkurrenz-Fabrik in Islikon-Frauenfeld (S. 130) in den 1860er Jahren er-reicht hatte, wohl ziemlich nahe. Die Nachfolge des um 1880verstorbenen Herrn Rieter-Rothpletz hatte inzwischen sein Sohn,der in Schweizer Handelskreisen so wohl angesehene Herr FritzRieter-Bodmer angetreten. Für dieRouleaux-Artikel fand dieFirma ihren Absatz sowohl im Inland als auch in Italien, Amerika ,u.s. w.; die Türkischrot- und Indigo-Genres verkauften sich in denersten Dezennien nach den gleichen Gegenden, später mehr nachVorder- und Hinter-Indien. — 1887 richtete man in Richterswil eine eigene Bleicherei nach System Mather-Platt-Köchlin ein undbetrieb in der Folge mit 8—10 langen Tischen auch Wolldruck;dagegen nahm der Baumwoll-Hand- und Perrotine-Druck nun raschab. Indem man dafür den Rouleaux-Druck noch stärker und viel-seitiger entwickeln wollte, stellte man 1892/97 noch eine sechs-händige, eine zehnhändige und eine doppelbreite Maschine (letzterefür Bettanzüge u. dergl.) auf; der Rückschlag, den die schweize-rische Druckerei durch die ungünstigen Zollverträge von 1892 er-litten hatte, war indessen zu empfindlich, als dass diese Anstren-gungen den verdienten Erfolg hätten bringen können; seit einigenJahren sollen noch 3—4 Rouleaux-Maschinen und 2 Perrotinen inBetrieb sein und dabei ungefähr 220 Personen Beschäftigung finden.

Die Färberei in Neftenbach hat alle Stadien der Ent-wicklung des Türkischrotartikels in guten und schlimmen Tagendurchgemacht. Der erste Rückschlag erfolgte von 1834 an durchdie Absperrung des deutschen Zollvereinsgebiets; eine sehr günstigeZeit stellte sich dagegen mit den 1850er Jahren ein, da die Druckereiin Richterswil grosse Mengen roter Tücher bedurfte und gleich-zeitig ein Veredlungsverkehr mit Deutschland gestattet wurde,