497
124 Dischargingpressen (vgl. S. 172); endlich in London 400 undin Carlisle 400 Drucktische. Zu dieser Zeit stand Grossbritannien auch in der Farben ausführ ung und den Mustern nicht hinter demEisass zurück und übertraf letzteres in der Ausrüstung derWare durch die Erfindung von Satinier- und verschiedenen andernMaschinen. Als sich jedoch von den 1840er Jahren an der englischeVerkehr mit den überseeischen Märkten, die meistens nachbilligen Waren verlangten, ausserordentlich steigerte, gingen dieWege jener zwei wichtigsten Produktionsgebiete immer mehr aus-einander: Grossbritannien beschränkte den Handdruck auf daskoloristisch Unumgängliche, steigerte dafür, wo es nötig und mög-lich war die Anzahl der Farben bei den Rouleaux-Maschinen, ge-staltete den Betrieb in Bleicherei (Wascherei), Druckerei, Färbereiund Ausrüsterei so viel als möglich ä continu und arbeitete aufTeilung der Arbeit hin, indem sich das einzelne Geschäft auf wenigerArtikel beschränkte; die Sucht, die Produktion ins Ungemessenezu steigern, führte aber auch da und dort dazu, die Tuchqualität(an Fadenzahl, Breite und eventuell der Quadratur) fortgesetzt zuverschlechtern und dafür die Tücher in der Appretur zu beschweren,die Muster in Zahl, Zeichnung und Gravüre geringer zu haltenund so fort, bis der betreffende „englische Schund“, der wenigkostete und wenig wert war, zwar in Ostindien, der Levante undeinigen andern grossen, aber armen Konsumländern willig Auf-nahme fand, hingegen überall da zurückgewiesen wurde, wo manauf bessere Ware hielt. Im Gegensatz dazu setzte das Eisassfortgesetzt seinen Ehrgeiz darin, in Qualität das Beste und in denMustern das Geschmackvollste zu liefern; es fand auch seine Rech-nung dabei, da der Nationalwohlstand Frankreichs in rascher Zu-nahme begriffen war und die schönen Produkte des Elsasses vollgewürdigt und gut bezahlt wurden. Im Ausland freilich wurdendieselben zwar ebenfalls bewundert, aber häufig zu teuer befundenund daher verhältnismässig wenig gekauft (dagegen von Konkurrenz-geschäften begierig nachgeahmt). Die Ursache der höhern Er-stellungskosten lag abgesehen von der sorgfältigen Fabrikationund den auf Rohbaumwolle, Farbstoffen und Chemikalien zu be-zahlenden Zöllen hauptsächlich in den durch das ProhibitivsystemFrankreichs ausserordentlich gesteigerten Garn- und Rohtücher-
32