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Bildung und Hebung des Arbeiterstandes und die Gründung einerKonsumgenossenschaft 1 ) bezeichnete und daneben nun in Wortund Schrift auf die Revision der Fabrikgesetzgebung hinarbeitete.Aus den Kreisen der Gebildeten beteiligte sich dabei FabrikantJean Jenny-Ryffel in Schwanden-Luchsingen, weshalb er zum erstenPräsidenten gewählt wurde. Noch im gleichen Jahre entstandensolche Arbeiter-Yereinigungen auch in Haslen und im Mittellande.
Inzwischen war es der „Siebnerkommission“ nicht ohne Mühegelungen, von der Mehrzahl der Fabrikanten und auch von den„Stillständen“ (letztere in Bezug auf sanitarische und sittliche Ein-flüsse) die gewünschten statistischen Angaben zu erhalten, so dasssie Anfang Februar 1864 dem dreifachen Landrate einen umfang-reichen, interessanten Bericht vorlegen konnte. Aus demselbenging u. a. hervor, dass ungefähr in der Hälfte der Spinn- undWebereien täglich noch 13 Stunden, in den übrigen 127 2 undin einem grossem Etablissement (Spinn- und Weberei Mollis)12 Stunden gearbeitet wurde; eine vertrauliche Umfrage 2 ) hatte er-geben, dass eine kleine Mehrheit der Interessenten sich mit der ge-setzlichen Einführung der 12stündigen Arbeitszeit einverstanden er-klären könnte. Um aber auch der Minderheit entgegenzukommen,beantragte die Kommission in ihrem Gesetzesentwurf, die täglicheArbeitszeit nur für Kinder unter 16 Jahren und alle Frauenspersonenauf 12 Stunden festzustellen; sie schützte damit gleichzeitig dieInteressen der Druckerei, welche für Akkordarbeit (Druckerei undStecherei) zwar nie mehr als 11 Stunden beansprucht und auchbei den „Handlangern“ (d. h. den im Taglohn beschäftigten Hilfs-arbeitern) eine Mehrleistung über 11 Stunden stets als „Ueber-zeit“ honoriert hatte, jedoch wegen Abhängigkeit von der Witte-rung und der wechselnden Nachfrage in den Artikeln eben sehrhäufig in den Fall kam, in diesem oder jenem Zweige der „Hand-langerei“ (Fabrikation) Ueberzeit zu machen. Andere weniger um-strittene Paragraphen bestimmten die periodische Inspektion allerFabriken durch Sachverständige, die Pflicht der Vorsorge für die
b Dieselbe wurde denn auch als der erste der hiesigen sog. Konsum-vereine zwecks billigerer Beschaffung der Nahrungsmittel bald darauf insLeben gerufen.
2 ) Das Resultat derselben fand sich in einem Schriftstück des Nach-lasses von Ratsherr Daniel Jenny niedergelegt.