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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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1863 sah auch die Entdeckung des „Anilinschwarz“ durch denEngländer Lightfoot, welches in der Druckerei sofort und späterauch in der Färberei ungeheure Wichtigkeit erlangte und dieselbebis heute bewahrt hat.

Die Schweiz beteiligte sich sozusagen von Anfang an inbemerkenswerter Weise an der aufblühenden Industrie derkünstlichen Farbstoffe und zwar teils durch die Initiative desHauses Geigy in Basel und die wissenschaftlich gebildeten Kräfte,welche das 1855 eröffnete eidg. Polytechnikum jenem neuen Zweigeder Technik zufübrte, teils aber auch durch mehrere französische„Emigranten“. Die Familie Geigy war schon seit 1764 im Be-sitz eines Handelsgeschäftes in Droguen aller Art, besonders abervon solchen für Färberei und Druckerei (die gebräuchlichen natür-lichen Farbstoffe, Verdickungsmittel, Metallsalze für Beizen u. s. w.).Am 15. April 1856 vereinigte sich Herr Joh. Rudolf Geigy mit einemandern Droguisten, Herrn Ulrich Heusler, indem die neue Firma„J. R. Geigy & U. Heusler“ zugleich die Fabrikation von Farbholz-,Kreuzbeer- und Gerbstoff-Extrakten und von Indigokarmin auf-nahm und in diesen Artikeln viele Jahre auch ein grosses Ge-schäft nach dem Glarnerland machte; es war die Zeit, wo über-haupt die Verwendung von Extrakten der zerkleinerten Farbhölzer(anstatt der in den Druckereien selbst hergestellten schwachenAbsude) sich überall mehr und mehr ausbreitete. Die Wichtig-keit der neuen Theerfarben erkennend, bemühte sich die Firmasozusagen von Anfang an, sich in die Fabrikation derselben eben-falls hineinzuarbeiten und brachte schon 1859 das „Violet Perkin“,1860 das „Fuchsin“, 1862 unter dem Namen „Blau 0“ ein etwasverbessertes „bleu de Lyon “ und später dessen wasserlösliche

von dem schwedischen Chemiker Scheele entdeckt, wurde das Murexid unterdem Namen „Purpursäure“ bereits 1820 von einem Dr. Kopp in Hanau ver-suchsweise im Zeugdruck verwendet, sodann in den 1840er Jahren von Liebigund Wähler als Abkömmling der Harnsäure genau charakterisiert, worauf(nach Schützenberger’s „Traitö des mat.color.“) um 1853 ein Fabrikant Kesslerin Metz die Darstellung im Grossen aus Guano aufnahm und verschiedeneelsässische Koloristen die Fixation auf Wolle, Seide und Baumwolle im Laufeder nächsten Jahre durchführten; da die Farbe an der Luft jedoch sehr raschverblasste, hörte die Anwendung nach dem Auf tauchen des Fuchsins wie-der auf.