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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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bisher unentbehrliche Cochenille, indem 1878 die schon erwähnt©Fabrik in Höchst a./M. (kurz nach dem Erscheinen grundlegenderArbeiten von Prof. 0. N. Witt, H. Caro, Griess und Boussin, letztererApotheker in Paris ) mit einer ganzen Gruppe glänzender undbilliger, gelblicher und bläulicher „Woll-Ponceaux“, welche dieCochenille in den meisten Fähen ersetzen konnten, hervortrat.Auch die Synthese, der künstliche stufenweise Aufbau des sowichtigen Indigos gelang Prof. Ad. Bayer in Berlin schon 1879^in diesem Falle erwies sich das Kunstprodukt nun allerdings langeZeit als zu teuer 1 ) und erst seitdem Prof. Carl Heuberger in Zürich 1890 ein anderes Verfahren gefunden und die Fabrik in Ludwigs-hafen und in der Folge noch andere Firmen dasselbe für die Praxisumgestaltet haben, ist zum Schrecken der ostindischen Indigo-pflanzer seit etwa zwei Jahren gegenüber dem Naturprodukt einheftiger Konkurrenzkampf entbrannt, dessen Ausgang nicht zweifel-haft sein kann. Von den wichtigem natürlichen Färbematerialienist nur die Synthese bezw. der vollkommene Ersatz der Farbstoffeder Kreuzbeeren, des Blauholzes und des Katechu noch nichtgelungen; sie haben aber durch teilweise Ersatzmittel in ihrerAnwendung auch schon sehr viel verloren.

Die S. 427 Anmerk. 1 erwähnte Broschüre gibt über die Ent-wicklung der Theerfarben-Industrie in Kürze folgendes Bild:

Produktion an Theerfarben, in Millionen Franken.

Jahr

Gesamtwert

Deutschland

England

Frankreich

Schweiz

1862 ....

12

1867 ....

30

1878 ....

40

1875 ....

53 1 / 2

30 1 2

9

7

7

1896 ....

125

90

8—9

8—10

16

1899 ....

150

?

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18 2 j

‘) Verzögerte sich somit das Erscheinen des künstlichen Indigos, sowurden dagegen inzwischen von den Chemikern der Bad. Anilin - und Soda-fabrik in Ludwigshafen a./Rh. einige Anilinfarben erfunden, welche sich jenemin der Solidität näherten und in der Lebhaftigkeit übertrafen, so 1877 das„Methylenblau“ für helle und mittlere reinblaue Töne und etwa zehnJahre später das prächtig grün-blaue „Nilblau“ und das dunkle, violett-stichige „Acetinblau“.

2 ) Davon konsumiert das Inland nur zirka