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und bei keinem der bisherigen Kunstprodukte der Fall gewesenwar. Seither ist die Zahl solcher Farbstoffe und ihre Anwendungeine sehr ausgedehnte geworden und es haben dieselben in derFärberei der Baumwolle in Flocken, Garnen und Tüchern grosseVereinfachungen herbeigeführt. Die Mehrzahl derselben hat sichübrigens auch für Färberei und Druckerei von Seide und Wollegeeignet erwiesen und es soll beispielsweise das zuerst von demFarbwerk Mühlheim (vormals Leonhardt) auf den Markt gebrachte„Chrysophenin“ als schönstes und solidestes Gelb in der Seiden-färberei in sehr bedeutenden Mengen verbraucht werden. Dieletzten Jahre haben noch eine vierte Periode oder vielmehr einevierte Art der Erzeugung künstlicher Farben gebracht. Auf S. 586haben wir absichtlich die neuen Scharlachfarben von Höchst als„Woll “-Ponceaux bezeichnet, da sich dieselben auf der Baumwollezwar als lichtecht, aber als sehr wasserscheu erwiesen. Nacheiner dem Verf. gefälligst gemachten Mitteilung gelang es zwarHerrn Carl Weber (S. 485) in Winterthur schon im Frühling 1881,diese Farbstoffe in der Uni-Färberei von Baumwolltüchern ziem-lich wasserecht zu fixieren, indem er dazu Thonerdebeizen kom-biniert mit Zink- und Magnesiumsalzen verwendete 1 ); auch in denGlarner Druckereien brachte man es bei einzelnen der Ponceaux-Farbstoff'e durch sehr starke Zusätze von arsenigsaurer Thonerdedazu, dass sie nach dem Dämpfen eine leichte Wäsche aushielten;es haftete ihnen jedoch stets der Uebelstand an, leicht ins Weisszu „bluten“, von irgendwelcher Echtheit gegen Seife gar nicht zureden. Infolgedessen beschäftigten sich von 1880 an verschiedeneFabrikanten und Chemiker (Read Holliday dt Sons in Huddersfield,Grassier, sowie Henri Schmid von Glarus ) damit, einen andernWeg einzuschlagen, indem sie die Baumwolle successive mit ge-eigneten Halbfabrikaten tränkten und so dazu gelangten, denHöchster Ponceaux ähnliche Farbstoffe er st auf der Faser selbstund in unlöslicher Form zu „ehtwickeln“. Die leichte Zer-
') 12 Jahre später veröffentlichte Horace Köchlin das gleiche Verfahrenals sein geistiges Eigentum; Herr Weber nahm davon Umgang, seine Prio-rität geltend zu machen, da es seither durch die Erfindung der „Direktfarben“und der „Entwicklungsfarben“ seinen praktischen Wert fast ganz verlorenhatte.