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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Glarnerische Mouchoirs-Druckerei 1860—1900. Wie schonmehrfach berührt trat 1860 mit dem Ausbruch des amerikani-schen Bürgerkrieges ein successiver Aufschlag in Baumwolle,Garnen, Rohtüchern und fertigen Druckwaren ein, weshalb bis1863 auf der ganzen Linie die Vorräte und Neu-Anschaffungenstetsfort mit schönem Gewinn an Mann gebracht werden konnten.Als jedoch die Baumwolle im Jahr 1864 ungefähr auf das 2 1 / 2 fachedes Standes von 1857/60 stieg, war es nicht mehr möglich, denAufschlag auf dem fertigen Produkt durchzudrücken, trotzdemman auf schmälere und leichtere Gewebe und unquadratern Drucküberging; kleinere oder weniger gut fundierte Spinnereien, Webe-reien und Druckereien, welche mit Ankäufen nicht vorgesorgthatten, sahen sich gezwungen, zeitweise zu feiern 1 ), während diesbei der Mehrzahl nicht oder nur in unerheblichem Masse der Fallwar. 2 ) Noch schlimmer stellten sich in gewisser Beziehung dieJahre 1866 und 1867 ein, da nach dem Friedensschluss gewaltigeAbschläge eintraten; auch zeigte es sich, dass inzwischen ver-schiedene ältere Artikel durch die Verschlechterung der Qualitätihre Zugkraft eingebüsst hatten, dass es daher nutzlos war, siewieder in besserer Auflage anzubieten und dass unbedingt etwasNeueres an deren Stelle treten musste. Diese Regeneration wurdeherbeigeführt durch die neuen Theerfarben und durch Einführungbezw. vermehrte Anwendung des Maschinendrucks; zugleichhatte die Freihandelspolitik Napoleon III . 3 ) eine bedeutende Er-weiterung des Absatzes in europäischen Ländern zur Folge.Der französisch - schweizerische Handelsvertrag 4 ), der am1. Januar 1866 in Kraft trat, öffnete der schweizerischen Baum-woll-Industrie das so lange verschlossene westliche Nachbarreich;für die rohen Garne wurden die Zölle für die Einfuhr nach Frank-reich je nach den Nummern von Fr. 15—300 per 100 Kilos netto' J ) Vgl. S. 531.

2 ) Vgl. die „Neue Glarner Zeitung“ vom 22. September 1864.

3 ) Siehe S. 492, 499 u. 363.

*) Teils zur Besprechung dieses damals im Wurfe liegenden und allfällig-späterer Verträge, sowie anderer Fragen allgemeiner Natur, besonders aberzur Förderung des geschäftlichen Verkehrs, konstituierte sich am 5. April 1864unter Beteiligung von 50 Firmen die „Glarnerbörse“ oder der „GlarnerBörsenverei n“.