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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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weissbödige Sachen — „Mignonettes“ — (mit Anilinschwarz alleinoder in Begleitung von Albuminfarben, S. 378), wie sie damalsdie Firma Frans Leitenberger in Cosmanos (S. 73—75) mit grossemErfolg auf den Markt brachte. Es war die Zeit, wo überhaupthelle Dessins in den Mouchoirs-Genres viel mehr als früher in Auf-nahme kamen, sei es dass die Mode denselben im allgemeinengünstig und mehrere der neuen Farben einer bezüglichen Aende-rung förderlich waren, sei es dass die rasche Abnahme der Sittedes Tabakschnupfens dabei ebenfalls einen gewissen Einfluss aus-übte. Während sich die österreichischen und deutschen Fabrikenauf die mittlern Breiten (70—80 cm) beschränkten, warfen sichdie Glarner Drucker auch auf schmälere Mignonettes und erzieltenin verschiedenen Absatzgebieten bedeutende Umsätze; auch passtensie in die fertig gewaschene Rouleaux-Ware häufig noch von Handein helles Eisen-Nankin als Bodenfarbe ein, was dem Geschmackeder Italiener besonders gut zusagte. Eine sehr wichtige Farbefür den Mignonettes-Artikel und für alle dampffärbigen Genresüberhaupt wurde gleich nach seinem Erscheinen das künstlicheAlizarin, als Dampffarbe angewandt; eine solide rote Dampf-farbe hatte nämlich bis jetzt noch immer gefehlt *), da eben derschon seit mehreren Jahren hergestellte „Krapp-Extrakt“ für denallgemeinen Gebrauch viel zu teuer einstand; so war denn nament-lich in den Indiennes-Fabriken für die Weissboden mit Rot undRosa die Krappblumen-Färberei mit ihren komplizierten Schönungs-prozessen noch immer im Schwünge geblieben und mussten be-gleitende grüne, blaue, gelbe und orange Farben nachträglich * 2 )von Hand eingepasst werden. Das wurde nun Alles überflüssig,

') Bei einzelnen Meubles-Genres stand seit einigen Jahren allerdingsder „Cochenille-Carmin“, mit Casein fixiert, im Gebrauch; abgesehen vonseinem hohen Preise liess derselbe auch in der Seifenechtheit zu sehr zuwünschen übrig, als dass er in den eigentlichen Indiennes und in andernechtfarbigen Artikeln hätte Verwendung finden können.

2 ) Einzig für die Farbenkombination Anilinschwarz, Beizenrot und■Orange in weissbödigen Rouleaux-Mustern hatte Horace Ködüin einen ori-ginellen Ausweg gefunden, indem er die letztgenannte Farbe in Form einesBleisalzes aufdruckte, sie durch Behandeln der Stücke in Chromsäure unddarauf in kochendem Kalkwasser entwickelte und dann erst das Färben inFleur de Garance und das Abseifen folgen liess.