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Basilika.
eine ungerade Zahl von Schiffen getheilt.Hier ist nun ein Punkt, in welchem die alt-christliche B., und zwar nicht zu ihremVortheil, über die ganze bisherige Archi-tektur hinausgeht: das ist die Verwendungder Säulen zur Stützung der Oberwand desMittelschiffs. Diese Aufgabe war in derbisherigen Baukunst nur den Pfeilerarcadenzugewiesen: die ihrer Natur nach schwä-chere, nur zum Tragen des Gebälkes ge-bildete Säule wird von den christlichenArchitekten nun dem Pfeiler gleichwerthigangewendet, eine Neuerung, die allerdingsden Gesetzen monumentaler Schönheit wider-streitet, obgleich es übertrieben ist, wennStockbauer S. 60 meint: ,mit diesem an derPeterskirche zum orstenmale im grösstenMassstabe zum Ausdruck gekommenen Ab-fall von den Gesetzen der classischen Kunsttritt die christliche Cultarchitektur ins öffent-liche Lehen ein und setzte sich dadurchden Stempel einer Barbarei auf, den alleanderen Vorzüge derselben nicht verwischenkönnen. 1
Die Verwendung der Pfeiler kommt inder altchristlichen B. hauptsächlich nochda vor, wo es an vorhandenen Säulen oderan Material zu solchen mangelte. Sonstherrscht die Säule, und zwar sind die ko-rinthische, die jonische Ordnung und dieComposite am meisten vertreten. Der Ver-fall des öffentlichen Wohlstandes brachtees im 4. und 5. Jahrh. mit sich, dass man Isieh zu den Säulen meist der Spolien an- jtiker Gebäude bediente, woraus sich dannvielfache Ungleichförmigkeit in den Mass-1Verhältnissen und Details ergab. Einsam jund zart stehen so in Araceli ein paargelbliehweissc jonische Marmorsäulen unterdunkelrothen Granitschäften. In S. Lorenzofnori le mura sind die schönsten antikenFriese roh aneinander geflickt; in S. Mariain Trastevere gleicht fast keine Säule derandern. Nicht selten sieht man auch Ca-pitelle verkehrt aufgesetzt. Das ist keinebewusste Verschiedenheit der einzelnen Bau-glieder, wie später in der Blütezeit desMA.s, sondern es tritt hier einfach die deraltchristlichen Kunst charakteristische Ver-nachlässigung des plastischen Ele-mentes hervor.
Die Ueberspannung der Säulen ist ent-weder durch Are hitrave, die an denWänden auf Wan d pfe i lern (Anten, Pi-lastern) oder Halbpfeilern lagern, oder |(im Occident erst seit 870) durch Bogenj(Volten) hergestellt, wie deren schon inDiocletians Palast zu Salona auftreten. i
In der altrömischen B. trug die untereSäulenstellung noch eine zweite, obere (17-truv. V 1, VI 8, 9), ein Motiv, welches ineinzelnen Fällen (S. Agnese, S. Nereo cdAehilleo) in christlichen Basiliken nachge-
alnnt, dann in den griechischen Kirchendahin modificirt wurde, dass die Oberwandgegen das Schiff zu geöffnete Nischen er-hielt; die zu dieser Gallerie führende E m-pore (u-epwov, Greg. Naz. Carrn.9; Euagr.II. e. IV 31; Paul. Silent. Soph. descr. I256) über den Seitenschiffen diente dannzum Aufenthalt der Frauen (paTpovtxtov, ma-tronaemn, zuweilen auch von einem Jung-frauenchor, TrapflEvi'y.wv, unterschieden, Am-bros. ad Virg. laps. e. 6; Ciampini Vett.Mon. I, c. 2), eine Einrichtung, die sichdenn auch in der mittelalterlichen Baukunst,besonders in Kirchen von Damenstiften,findet. Sonst war die geschlossene Ober-wand die Kegel; sie hatte nur Fenster,die mit durchbrochenen Marmorplatten ge-füllt waren; sie waren anfangs ziemlichgross, später zog man kleinere Oberlichtervor, die wol oft nur mit Tüchern verhängtwaren. Glasfenster werden zwar auchschon im 4. Jahrh. erwähnt ( Lactant. deopif. Dei c. 8; Hieronym. ad Ezech. 41, 16;Greg. Tur. Ilist. Franc. VI 10; Ven. Fort.Carm. I), waren aber sehr kostspielig undselten. Wo es an Glas und Marmor ge-brach, half man sich mit Feldspat ( fenestraegypseae). Gemalte Glasfenster kommen erstseit dem 9. Jahrh. auf ( Anastas. Vit. Leon.III: fenestras ex metallo gypsino decoravitet alias fenestras de vitro diversis coloribusdecoravit; cfr. Leo Ost. I 3, c. 27, 31).
Das Mittelschiff bildet den Hauptraum derKirche; es ist in der Regel breiter als dieSeitenschiffe, doch werden die Massverlnilt-nisso nicht selten nachlässig behandelt. DenMännern war das südliche, den Frauen dasnördliche Seitenschiff angewiesen ( Const.upost. II 57; Cyrill. Hier. Procat. c. 8;Auy. de Civ. Dei II 28; Chrys. Horn. 74in Matth .), das Mittelschiff blieb frei. ImAbendlande ist das Männerschiff’ oft etwaslänger als dasjenige der Frauen (S. Sabina,Kathedrale zu Narni u. a.). llolzgitter oderVorschläge trennten die Schiffe in verschie-dene Abtheilungen: vom Eingänge an wa-ren zunächst die Biissenden und die Kate-chumenen gestellt, ebenfalls nach Grad undGeschlecht geschieden. Dann folgten dieGläubigen, und in einer dritten Abtheilung,dem Bema zunächst, auf der Frauenseitedie Sanctimoniales, auf der Miinnerseite dieMönche (vgl. Origen. Tr. XXVI in Matth. ;Ambros, ad Virg. laps. 6). Solche Tren-nung der Stände und Geschlechter war vonfrüh an vorgeschrieben (Const. ap. II 57,VIII 20; Cyrill. Hieros. Proe'ateeh. c. 8;Huseb. II. e. II 17 etc.), einmal wegen derArcan- und Bussdisciplin, dann nm Sitteund Anstand zu schützen. Vieles hing hierfreilich von localen Verhältnissen und An-schauungen ab; sorgfältiger war z. B. vonjeher im Orient die Trennung der Gesehlcch-