Band 
Erster Band. A - H.
Seite
147
JPEG-Download
 

Baum.

147

Vgl. de Rosst R. S. II, tav. 37 12 , 45 6 , 49 2 ,55 2 . Inmitten der B.gruppe steht zuweilennoch der gute Hirte (s. d. A.) als Typusdes Heilandes, und neben diesem oder auchallein die Orans (s. d. A.), Betende, dasBild der menschlichen Seele in den Freu-den des Paradieses (de Rossi R. S. tav. 39 10und 11 ; Bosio Rom. sott. 269; Perret Cata-comb. V, pl. 5) oder auch eine Heilige, bes.Agnes (s. d. A.), auf Goldgläsern ( lkionar-ruoti Vasi tav. 18 u. 21; Bottari tav. 97 4 ).[Ein classisches Beispiel dieser Paradieses-darstellung bietet das schöne Wandgemäldein dem Cubiculum der fünf Heiligen in S.Sotere (de Rossi R. S. III, tav. 1; Kraus

R. S. Fig. 23, S. 201; s. Fig. 70). K.]Die Darstellung des Paradieses durch Bäume(und Blumen) findet, sich ausser den er-wähnten Deckengemälden und Goldgläsernnoch auf Grabsteinen, Sarkophagen undspäter besonders auf 'den Mosaiken der Ba-siliken. [So in S. Cosma e Damiano, in

S. Prassede , S. Cecilia (Ciampini IT, tab.15, 47, 52). In der Nativitaskirche zu Beth-lehem befindet sich eine Crux gammata

eine grünend im Blätterschmuck, der an-dere dürr. Florencourt (Altchristl. Gräbst,von Trier S. 10) wollte dadurch den un-vollkommenen, düstern Zustand des Erden-lebens im Gegensätze zur herrlichen, glück-lichen Ewigkeit, Martigny (Dict. 47) denöden Geisteszustand des Menschen vor undden an Gnaden reichen Zustand nachder Taufe ausgedrückt finden. Le Blant(Inscr. I 391) sieht in dem dürren B. denTod und in dem grünen die verheissene glor-reiche Auferstehung des Leibes angedeutet,weil diese Erklärung ihre Rechtfertigungin dem über den B. als Sinnbild der Auf-erstehung Gesagten findet. münz.

| Die Martigny ’sche Auffassung wird durchdas von ihm in Abbildung (s. beistehendeFig. 72) gegebene Bruchstück einer alten

Fig. 71. Crux .gammata in Beth-lehem (nach de Vogue ).

zwischen zwei reichbelaubtenBäumen (s. Abbildung nach deVogue ßglises de la Terre Ste.72). Auf Sarkophagen findet sich dasselbeMotiv (Mon. de Ste. Madeleine I 704). K.|Die Bäume (mit Ausnahme der Nadel-hölzer) verlieren im Herbste ihre Blätterund bekleiden sich im Frühlinge mit neuemGrün. Aus diesem Grunde wurde der B.Sinnbild der A uf erstehung. Als sol-ches findet er sich mehrere Male in derDarstellung der Auferweckung des Lazarus(auf einem Goldglase Buonarrmti tav. 7 \auf einer Glaspatene Bottari III, tav. 197 *).Uebermässig gehäuft sind die Symbole derAuferstehung auf einem Sarkophag dos Va-tican, wo man neben der Auferweckungdes Lazarus (s. d. A.) und dem ProphetenJonas (s. d. A.) noch in der Arche (s. d. A.)einen grünenden B. erblickt. Bottari I,tav. 42.

Auf einigen gallischen und germanischenGrabtiteln sind zwei Bäume angebracht, der

I«

Fig. 72. Malerei im Baptisterium zu Valence .

Malerei in einem Baptisterium zu Valence unterstützt: man sieht in derselben Evanach dem Sündenfall, rechts von ihr denblühenden Paradieses-B., links einen dür-j ren B., der wol das Elend der Natur nachUebcrtretung des göttlichen Gebotes svm-bolisiren soll. Besser ist jedenfalls, den B.zur Linken Eva’s als Cypresse (s. d. A.)zu deuten.

Endlich muss der B. als Symbol derAuferstehung betrachtet werden. Soauf dem Sarkophag bei Bottari tav. 42,w r o inmitten der Geschichte des Jonas eineArche steht, aus welcher statt des Noahein B. aufwächst. Solche Bäume wachsenaus dem Grabe des Lazarus auf Gläsern beiBottari III, tav. 197; Buonarruoti tav. 7 *.Aehnlich auf dem Grabe des Erlösers aufeinigen Gelassen zu Monza, Mozzoni Tav.Saec. VII, 84. Martigny findet die Andeu-tung des B.es auch auf einer von MiinterSinnbilder II (nicht I) Tat'. 5 4 abgebildeten,von Tanini zu Bandur. Numism. Imp. Rom.,I Rom. 1791, Tab. 5 herausgegebenen Kupfer-münze aus dem Zeitalter Constantins, wodas Wort ANACTACIC beigeschrieben ist;i indessen lässt die Abbildung Zweifel. K.j

10 *