Band 
Erster Band. A - H.
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Benedictionarium und Benedictionalis Biber — Biathanati.

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BENEDICTIONARIUM undBENEDICTIO-NALIS LIBER, s. Liturgische Bücher.

BHP02, s. ßirrus.

BESCHNEIDUNG Christi, s. Feste.

BESPRENGUNG, s. Aspersion.

BESTECHLICHKEIT (corruptio) der Rich-ter, in Cod. Theodos. Mb. IX. tit. 28 als capi-tale und animadversione severissima notirt,ein auch von der Kirche gestraftes Verbre-chen. Ein glänzendes Beispiel kirchlicherAhndung desselben giebt Synesius (Ep. LVII172, ed. Petav.) durch die Excommunicationdes Andronicus, Präfecten der Ptolgmais.

BESTIARII. Zu den öffentlichen Spielender Römer, welche im Circus maximus ab-gehalten wurden, gehörte auch das Thier-gefecht (venatio), bei welchem entwederwilde Thiere gegen einander oder mit Men-schen kämpften. Diese letzteren bekamendavon den Namen B. und waren Leute,welche entweder zur Strafe zu diesen Ge-fechten verurtheilt wurden (damnatio adbestias, unter den Kaisern sehr gewöhnlich),oder sich freiwillig aus natürlicher Wildheitoder endlich gegen Lohn sich dem Thier-kampfe unterzogen. Der Name B. wurdenun in den Zeiten der Christenverfolgungonin spöttischer und beschimpfender Weiseauf die Christen angewendet und zwar auszwei Gründen. Der eine lag in der grossenZahl der den wilden Thieren vorgeworfenenChristen, eine Zahl, welche bedingt wardurch die Frivolität, mit welcher die Hei-den jedwede Veranlassung benützten, um,wie Tertullian Apolog. c. 40 berichtet, ihrenverwegenen grausamen Ruf: Christianos adleones! hören zu lassen. Einen zweitenGrund fanden die Heiden, welche die Stand-haftigkeit und den Todesmutli, ja die To-desfreudigkeit der Christen sich aus über-natürlichen Gründen nicht erklären konn-ten , darin, dass sie das ihnen unbegreif-liche Benehmen der christlichen Märtyrermit der Tollkühnheit oder Verworfenheitder eigentlichen B. (auch eonfectores ge-nannt) in einen freilich sehr unrichtig ge-wählten Vergleich brachten. (Vgl. d. Art.Desperati und Parabolarii.) [n dieser An-schauungsweise der Heiden wurzelt derVorwurf der pimentia 1 , den Tlinius d. J.in seinem Briefe an Traian Epp. 10, 07den Christen macht, ebenso das ,ßdpßapovToXp.7j]Acd, womit Porphyrius bei Euseb. Hist,eccl. VT 10 die christliche Religion be-zeichnete. krüll.

BETHLEHEM, s. Kirche und Städte.

BETRUG, s. Venditores.

BIATHANATI (ßto Gewaltthat, öav£iv ster-ben , ßtatohavaxEio gewaltsamen Todes ster-

ben) war der Name für diejenigen Men-schen, welche zum Tode verurteilt undder Hand des Henkers anheimgefallen wa-ren, aber auch für diejenigen, welche selbstHand an sich legten, — für die Selbstmör-der. Der Name B. wurde von den Heidenden Christen der ersten Jahrhunderte inspöttischer und entehrender Weise beige-legt, weniger in der zuerst angegebenen Be-deutung des Wortes, obschon auch hierfüreine gewisse Berechtigung vorlag, als haupt-sächlich im letztem Sinne des Wortes. DasVerlangen der Christen nach dem Martyrer-tode, ihre Unerschrockenheit, Handlungenzu begehen, welche den sichern Tod nachsich ziehen mussten, und die so oft undklar kundgegebene Hoffnung, durch denTod ein schlimmes Erdenloos mit einerbessern Zukunft zu vertauschen, gab denHeiden Veranlassung, die Christen mit denB., Selbstmördern, auf eine Stufe zu stel-len. Wir verweisen hierbei auf Tertullian. ad Scapul. c. 5. Hier wird berichtet, dass,als Arrius Antoninus in Asien anhaltenddie Christen verfolgte, alle Christen jenesLandes, nachdem sie sich durch einen Schwurverbunden hatten, vor seinem Tribunale er-schienen, er aber ihnen zurief: ,ihr Be-dauerungswürdigen, wollt ihr sterben, sohabt ihr Felsen und Stricke! 1 Uebrigensbemerken wir hier gelegenheitlich, dass einohne alle Veranlassung bewerkstelligtes Hin-zudrängen der Christen zu den heidnischenRichterstühlen und so zum Martyrium vonder Kirche nicht gebilligt wurde und solcheChristen auch nur unter dem minder ehren-den Namen ,professores‘ aufgeführt erschei-nen. Der Name B. war übrigens in deri Heidenwelt so vulgär, dass, wie Baronius| Annal. eccl. ad ann. 138 aus dem Marty-! rologium Beda’s anführt, das Grab der sie-ben Söhne der Symphorosa, welche um desGlaubens willen gemartert und in EineGrube geworfen wurden, geradezu die Be-nennung ,ad septem biothanatos 1 erhielt.Wir könnten hier noch auf Marc. Aurel.Ei? sauxov (Selbstbetrachtungen) XI 3 ver-weisen, wo der Kaiser meint, man müsseden Tod aus Ueberlegung verachten, nichtLe oi Xpiaxtavol bloss zaxa i{iiXr,v rapa-rai-tv,d. i. aus ,Hartnäckigkeit* oder ,nach Artder Leichtbewaffneten 1 , welche sich vor-j schnell und besinnungslos in den Kampfstürzten. Aber der Beisatz hält die Kritiknicht aus. Dasselbe ist der Fall bei Aria-; m/s Comment. de Epicteti disputt. IV 7;

; hier wird u. A. erwähnt, dass man sichauch aus Manie zum Tode entschliesseni könne, <uj ot PaXtAaioi, welch’ letzterer Bei-! satz nicht genügend als echt verfochtenwerden kann. Vgl. Eichstaedt Exercit . An-| toninian. III. und Schweighäuser Epictet.| philos. monumenta. krüll.