Bibliotheken.
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der B. ermöglichte, und andererseits diesog. Reformation durch ihre Lehre von dersufficientia et perspicuitas s. scripturae da-hin drängte, sah sich das Conc. Trident,genöthigt, ein ähnliches Verbot für dieganze Kirche zu erlassen.
Selbstversändlich galt im ganzen Alter-thum der Grundsatz, ,was nicht in derKirche gelesen werde, solle auch nicht zuHause gelesen werden 1 . Cyrill. Hieros. Cat.IV, c. 3G. Hamit war also die Benützungder Apokryphen' ausgeschlossen. FörmlicheVerbote derart begegnen uns sehr häufig.Cfr. Constit. apost. VI, c. 16.
Zum leichtern Gebrauch hatte man schonfrühe die hl. Schriften in besondere Ab-schnitte (xetpalaTot) eingetheilt. Was das N.Test, betrifft, so verfasste Ammonius Alex.,der Lehrer des Origenes, zum Zwecke sei-ner Evangelienharmonie eine Eintheilungin Kapitel, deren Matth . 355, Marc. 233,Luc. 342, Job. 232 zählte. Diese Einthei-lung wurde von Euseb .. Caesar, verbessertund der leichtern Uebersicht halber in zehnTafeln (xowovst) geordnet. Daneben gab esseit dem 5. Jahrh. eine andere Abtheilungin grössere xetpaÄaia, denen jedesmal kurzeInhaltsanzeigen (zhXoi) vorangingen. Hier-nach kamen auf Matth . 68, auf Marc. 49,auf Luc. 83, auf Job. 18. Letztere Ein-theilung, die sich zuerst im Cod. Alex, fin-det, wurde noch vor der Mitte des 5. Jahrh.auf die Apostelgeschichte und die Briefeausgedehnt. Gegen Anfang des 6. Jahrh.theilte der Bischof Andreas v. Caesarea inKappadocien auch die Apokalypse in ent-sprechender Weise ein. Was das A. Test,betrifft, so bezeugt Hieronymus wiederholtdas Vorhandensein einer eigenen Kapitel-eintheilung für die LXX und demgemässauch für die lateinische Uebersetzung, undzwar bemerkt er ausdrücklich, dass die-selbe an einigen Stellen von der des he-bräischen Textes abweiche (in Mich. 6, 9;in Soplion. 3, 14).
Im Allgemeinen war, wenigstens in denStädten, die hl. Schrift sehr verbreitet.Chrysost. fordert wiederholt die Gläubigenauf, die einzelnen Abschnitte, welche erm seinen Homilien zu erklären gedachte,vorher zu Hause durchzulesen; er lässt da-bei nicht einmal für die Armen die Ent-schuldigung gelten, dass sie kein Exemplarbesäasen (Hom. 11 in Io. c. 1). Ueber dieausgebreitete Schriftkenntniss der Anacho-reten vgl. Sozom. 11. e. VI, c. 29. Mitunterfinden wir auch die hl. Schrift zu aber-gläubischen Zwecken missbraucht. Das Conc.Agath. spricht von Solchen, die ,sub nominehctae religionis per eas, quas sanctorumsortes vocant, divinationis scientiam profi-tentur, aut quarumcunque scripturarum in-spectione futura promittunt‘. Cfr. Conc.
Aurelian . I, c. 30. Einen Fall derart er-wähnt Greg. Turon. Hist. IV, c. 16. mosler.
BIBLIOTHEKEN. Die Existenz einer über-aus reichen patristischen Litteratur ist alleinschon ein Beweis für ihre nothwendige Vor-aussetzung, nämlich für grössere Bücher-sammlungen in den ersten Jahrhunderten.Es fehlt aber auch nicht an positiven Nach-richten über solche. Es gab damals wieheute Privat-ß. und öffentliche B.Hervorragende Beispiele von ersteren ken-nen wir viele. So berichtet uns Eus. II. e.VI 39 über die Büchersammlung des unterDecius gemarterten B." Alexander von Je-rusalem ; der Märtyrer und Bibliophile Pam-philus in Caesarea besass eine ausserordent-lich reiche, Eusebius (11. e. VI 32) undHieronymus (Epist. ad Marcell., de vir. 111.III) wohlbekannte Bibliothek, die nach Isi-dorus v. Sevilla (Etym. VI 6) an 30 000Volumina umfasst hätte; sie ging in derdiocletianischen Verfolgung leider zu Grunde.Zwei Nachfolger des Eusebius, Acacius undEuzoius, suchten sie wieder herzustellen(Hieron. de vir. ill. CXIII). Basilius AI.(Ep. 82). Augustinus (de Haeres. 88 adQuodvultd., Opp. VIII 27; vgl. Claden defortuna bibl. d. Augustini in excidio Hippon.,Lips. 1742) und Hieronymus (Ep. 6 Catal.c. 3, 75, 113; Comm. in Tit. c. 3) warenfür ihre Zeit ebenfalls im Besitz namhafterBücherschätze; in Gallien rühmte SidoniusApollinaris (Ep. V 15) die B. der BischöfeRuricius von Limoges und Lupus von Peri-gueux (VIII 11). Die bestimmten Mittliei-lungen dieser Schriftsteller, wie überhauptdie ganze, die profane und vorchristlicheLitteratur durchaus nicht bei Seite setzendeThätigkeit der Kirchenväter lässt keine Zwei-fel, dass neben den kirchlichen Auctorenauch Profanscribenten in diesen B. Platzfänden; noch Sidonius erzählt uns, wie aufdemselben Tisch Horaz neben Prudentius ,Varro neben Augustin lag (Epist. II 9).
Neben diesen Privatsammlungen gab esvon sehr früh an öffentliche, d. h. kirch-liche B. und Archive, welche die Bischöfefür den Gebrauch der Gemeinde anlegten.Solche B. gab es zu Edessa; aus ihremkostbaren Schatze rühren zum Theil dieneuerdings von Cureton herausgegebenenReste der syrisch-christlichen Litteratur;weiter zu Jerusalem (Eus. II. e. VI 20),Rom, Alexandria, Constantinopel . Die Bi-bliothek an der Hagia Sophia zu CP., an-geblich von Constantin begründet, vonTheo-dosius d. J. bedeutend vermehrt, soll meh-rere Hunderttausend Volumina besessen ha-ben; sie ging bei einem Aufstand durchFeuer zu Grunde (vgl. Niceph. Call. II. e.XIV 3, Bibi. Angl. III 502). Der bischöf-lichen Bibliothek zu llippo gedenkt Augu-