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Erster Band. A - H.
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Bilderwand — Birrus.

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alten Christen mit Bildwerken eine That-sache ist, so ergiebt sich von selbst, dassdie an diesen Orten angebrachten religiösenKunstvorstellungen in engster Beziehung zudem Cultus standen. Konnten die Gläubi-gen anders als mit Gefühlen der Ehrfurcht,der Bewunderung, der Liebe zu diesen Ge-mälden aufblicken? Dass die Einfalt undder verkehrte Sinn einzelner Gläubigen einenunrichtigen Gebrauch von den Bildern ge-macht, dass Einzelne das materielle Bild inähnlicher Weise verehrt haben mochten, wiesie es im Schoosse des Heidenthums gewohntwaren, soll nicht in Abrede gestellt werden;worauf es ankommt, ist aber, zu constatiren,dass die von der Kirche geübte Praxis hin-sichtlich der Bilder in vollkommener Ueber-einstimmung mit dem spiritualistischen Cha-rakter des Christenthums stand. Wie dieVäter darüber dachten, lehren die zahlrei-chen Aeusserungen der Apologeten, die je-den idololatrischen, der Materie geltendenGedanken hinsichtlich der Bilder abweisen,Aeusserungen, die nur zu oft im Sinne je-nes vielberufenen angeblichen ,Kunsthasses,(s. d. A. Kunst) ausgelegt wurden, und de-ren vollständigste Zusammenstellung manbei Augusti Beitr. z. ehristl. Kunstgesch. u.Liturgik I 103—146, II 81—183 findenkann. Diese Auslassungen erfahren ihrenCommentar in den Monumenten, welche denBeweis liefern, dass nicht der Gebrauch,wol aber der idololatrische Missbrauch derBilder verpönt wird. Es fehlt aber auchnicht an Auseinandersetzungen, welche denprincipiellen Standpunkt der kirchlichen Auc-torität in dieser Angelegenheit genau prä-cisiren. Dahin zählen vor Allem die be-kannten Aeusserungen des Papstes Gregord. Gr. Als B. Serenus von Marseille Bil-der aus den Kirchen wegnahm und zer-störte , weil man, wie er bemerkt, sie an-gebetet habe, giebt ihm Gregor seine Zu-stimmung darüber zu erkennen, dass er eineAnbetung der Bilder nicht gestattet, fügtaber hinzu: ,frangi vero non debuit quodnon ad adorandum in ecclesiis, sed ad in-struendas solummodo mentes fuit nescien-tium collocatum 1 (Ep. IX 105). Dem Se-cundinus sendet er die Bilder Christi, Ma-riae und der Apostel Petrus und Paulus mit der Bemerkung: ,scio quod imaginemsalvatoris nostri non ideo petis, ut quasiDeum colas, sed ob recordationem filii Deim eius amore recalescas, euius te imaginemvidero te desideras. Kt nos quidem nonquasi ante divinitatem ante illam proster-nimur, sed illuni adoramus, quem per ima-ginem aut natum aut pass um, sed et inthrone sedentem recordamuP (Ep. IX 52).Die Bilder sind zu betrachten wie andereKreaturen, die uns die Vorstellung des Schö-pfers nahelegen: ,si enim quidquid est,‘ sagtIteal-Encyklopiidie.

Augustin. Enarr. in Ps. 93, 4 (Opp. VI261 b),,unde similitudo ducitur ad sanctos, adoran-dum tibi putas . . . si autem non adoras inChristo ista terrena, quamvis de illis simi-litudo quaedam data est, ad significandossanctos de quacumque creatura ducta fueritsimilitudo, tu intellege similitudinem crea-turae, et adora artificem creaturae.‘ In die-sem Sinne spricht Paulin von Nola (Ep.XXII 3) von dem Bilde des hl. Martinus:,Martinum veneranda viri testatur imago.'Aus derselben Gesinnung betet und flehtPrudentius vor dem Bilde des MärtyrersCassian ( Peristeph. IX 9 ff.). Namentlichin der griechischen Kirche fand auch baldder Cultus der Bilder äusserlich in derKniebeugung vor denselben seinen Aus-druck; wir lesen, dass die der Conferenzdes hl. Maximus und des B. Theodosius vonCaesarea beiwohnenden Väter die Bilder desHeilandes und seiner Mutter durch Genu-flexion grössten. Des Nähern auf die insbyzantinische MA. fallenden Streitigkeitenüber die ß. und die Jahrhunderte langenikonoklastischenKämpfe einzugehen, ist hiernicht der Ort. Man vgl. Augusti Ildb. III611 ff.; Binterim Denkw. IV, 1, 461 ff.;CI. Lüdtke die B. und die bildl. Darst. in denersten ehristl. Jahrh., Freib. 1874. kraus.

BILDERWAND (eixovocTaauc), die Holz-wand, die in den byzantinischen Kirchenden Chorraum vom Schiff trennte und diean die Stelle der frühem Cancelli und derden Altar verhüllenden Vorhänge (s. d. A.)trat, so genannt, weil sie regelmässig mitden Bildern Christi, Mariae u. s. f. ge-schmückt war. Diese B. eignet den grie-chischen und russischen Kirchen des MA.s;ob sie über dasselbe hinansgeht, ist frag-lich. Vgl. Leiwir Archit. monastique 1 342 ff.;Alt d. ehr. Cultus I 90 ff.

BILDUNG DER GEISTLICHEN, s. Klerus.

BIRRUS, auch Byrrhus, ein mantel-förmiges, kürzeres oder längeres Gewandmit einer Kapuze, das zunächst zur Be-deckung des Kopfes und der Brust überden anderen Kleidern zum Schutz gegenNässe und Kälte schon von den Alten undbis tief ins Mittelalter hinein getragen wurde(Schol. vet. ad luv. Sat. VIII 145). In derkiirzern Form, als Mantelkragen mit Ka-puze, vorn geschlossen, mit langen Tuch-flocken (Noppen), trägt es die in Pompeji aufgefundene Statue eines schlafenden, ju-gendlichen Fischers (Real Museo-BorbonicoVII1, tav. 48 2 ). Bis an die Kniee reichendund vorn mit einem Knopfe zusammenge-halten, will man sie erkennen auf einemetwa aus dem 7. Jahrh. stammenden Bildein der dritten Kanunev der Katakombe deshl. Pontianus, welches die hl. Abdon und

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