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Blumen.
verbot, das spricht sich in den Worten desMinucius Felix aus: ,quis ille, qui dubitat,nos vernis indulgere floribus, cum capiamuset rosam veris et lilium et quidquid aliudin floribus blandi coloris et odoris est. Hisenim et sparsis utimur, mollibus ac solutis,et sertis colla amplectimur. — Sane, quodcaput non eoronamus, ignoscite: auram bonifloris naribus ducere, non occipitio capillisvesolemus haurire. 1 Ist an dieser Stelle imersten Theile die Freude an den Blumenund ihre Verwendung als erlaubt unzwei-felhaft hingestellt, so deutet doch der zweiteTheil an, dass man ebenso entschieden esablehnte, sich im Geiste des heidnischenAberglaubens und der heidnischen Ueppig-keit ihrer zu bedienen. Dass die- Kirchevon Anfang an demselben Grundsätze hul-digte, das lehren uns die Decorationsmale-reien der ältesten Katakomben; die Wändeund Decken der Grabkammern, wie dieArcosolien sind mit Genien, welche B. inFüllhörnern tragen, mit Kränzen und B.-gewinden geschmückt; B. sind auf dieGrabsteine eingemeisselt, die Seelen werdenals Tauben dargestellt, welche B.zweigeoder Kränze im Schnabel tragen u. s. w.Wie die Kirchen zumal an Festtagen mitihnen bestreut und geziert wurden, lehrtuns der hl. Hieronymus Ep. ISO ad Heliodor.340, indem er den Priester Nepotianus lobt,qui basilicas ecclesiae et martyrum concilia-bula diversis floribus et arborum comis vi-tiumque pampinis adumbravit. Und Paulinv. Nola Fel. Katal. VI, indem er am Festeseines Heiligen die Gläubigen einladet:spargite flore solum, praetexite limina ser-tis. Selbst im Winter durften hei solcherGelegenheit die natürlichen B. nicht fehlen;in seinem Hymnus auf die hl. Eulalia fordertPrudentim Peristeph. III 201 die Christenauf: carpite purpureas violas j| sanguineos-que crocos metite; || non caret his genialishiems ... || Ista comantibus e foliis || muncravirgo puerque date. Der hl. Gregor v. Tours(de gloria Conf. 51) erwähnt der Frömmig-keit eines Mannes, der solitus erat, rtoresliliorum tempore quo nascuntur colligere acper parietes aedis appendere. Ganz beson-ders aber wurden die Gräber der Märtyrermit B. geschmückt. [Putti mit B.- oderFruchtkörben sieht man in S. Agnese ( Bottaritav. 139, vgl. die Abbildung Fig. 7(i). K.|
Der hl. Augustinus rühmt es an einer ar-men blinden Frau, dass sie auf das Grabdes hl. Stephanus B. bringe, weil sie nichtsAnderes zu opfern hatte, und Gregor v.Tours (Mirac. I 71) erwähnt des foliuinlierbae salviae, quod pro honore martyrumin crypta conspersum erat. Daher betrach-ten auch die Väter den bunten Schmuckder Mosaikböden in den Basiliken als Nach-bildung gestreuter B.: saxaque eaesa solum
Fig. 76. Fresco aus S. Agnese.
variant || floribus ut resoluta putes || pratarubescere multimodis ( Prudenlius Peristeph.III 198—200).
Allein bei dem Aeussern blieben die altenChristen nicht stehen. Die Sprache der Zei-chen, Sinnbilder und Allegorien war ja so-zusagen ihre geistige Muttersprache; wiehätten da .nicht die B. Aufnahme in denWortschatz dieser Sprache Anden sollen,um dann nur so durch die Kirche mit über-natürlichem Duft übergossen, in übernatür-licher Schönheit verklärt zu werden ? Da-her erscheint denn die Pflanzenwelt in ihremAbsterben und verjüngten Wiedererwachenin den vier Jahreszeiten zunächst als Sinn-bild unserer Auferstehung, und in diesemSinne sehen wir im Coemeterium des Prae-textatus über dem Grabe der Märtyrer Fe-licissimus und Agapitus in vier Abtheilun-gen über einander Bosengewinde, Aehren-büschel, Weinranken und Lorbeerblätter.An diese Auffassung schloss sich die wei-tere an, welche sich die Seligkeit des Him-mels unter dem Bilde einer blumenreichenAu dachte, auf welcher die Heiligen wan-deln. So schaute schon Perpetua in ihrerVision den Himmel als ein spatium hortiimmensum, und ihr Begleiter Saturus alsein viridarium, arboros haben» rosae etomne genus floris . . . odore inenarrabilialebamur, qui nos satiabat ( Ruinart Actasincera I 214). Bildlich findet sich dieseDarstellung ausgesprochen auf einem Wand-gemälde in S. Callisto, wo Nemesius mitseinen vier Gefährten als Oranten, d. h. alsselig Verklärte, in einem B.garten stehen,in dessen Bäumen die Vögel umherfliegen(Garrucci Storia tav. 15). Kben dieselbeIdee liegt den so häufigen Darstellungenzu Grunde, welche uns den guten Hirtenmit seinen um ihn lagernden Schäflein aufden Auen des himmlischen Paradieses zwi-schen blühenden Bäumen darstellt. In glei-cher Anschauung bewegt sich der Gedankeeiner altchristliehen Grabinschrift: inde per