Band 
Erster Band. A - H.
Seite
173
JPEG-Download
 

Brocl.

173

macht es einer reichen, aber geizigen Frauzum Yorwurfe, dass sie in dominicum sinesacrificio komme und partem de sacrificio,quod pauper obtulit, empfange. Es darfaus dieser Sitte jedoch nicht der Schlussgezogen werden, dass das von den Gläubi-gen in der Kirche für die Eucharistie dar-gebrachte B. gewöhnliches, alltägliches B.gewesen sei, entweder hausbackenes odervon einem gewöhnlichen Bäcker auf demMarkte gekauftes. Es wird dies zwar viel-fach angenommen, indem man sich aufAeusserungen bei Ambrosius (panis meusest usitatus) und Gregor d. Gr. (in vit. II,c. 41) beruft, allein mit Unrecht. Dennwenn schon das natürliche Schicklichkeits-gefühl selbst bei den Juden und Heidendas Opfer-B. einer besondern Bereitung un-terwarf, so ist das noch viel eher von derEhrfurcht zu erwarten, welche die Christender hl. Eucharistie zollten. Zudem war dasgewöhnliche B. ja vielfach mit Eiern, Ge-würzen u. dgl. angemacht. Auf dem Marktegar und bei heidnischen Bäckern das eucha-ristische B. zu kaufen, widerstrebt ganzdem Geiste der alten Kirche und war inmanchen Perioden der Verfolgung geradezuunzulässig, da unter Diocletian, lulian u. A.die sämmtlichen auf den Markt kommendenLebensmittel durch Besprengung mit heid-nischem Weihwasser den Göttern geweihtwurden. Wir müssen daher annehmen, dassdas eucharistische B. entweder in den Fa-milien oder aber von christlichen Bäckern,deren es ja auch unzweifelhaft in den erstenJahrhunderten gegeben hat, besonders zu-bereitet worden ist. Später allerdings wirdes, jedoch als abusus, erwähnt, dass auchgewöhnliches B. zum hl. Opfer verwendetwurde. Die Synode von Toledo vom J. 693C Hefele CG. HI 321, 2. A. 351) spricht da-rüber also: es geschieht, dass Geistliche zurMesse nicht besonders gefertigte B.e verwen-den , sondern dass sie von ihrem Ilaus-B.(de panibus suis usibus praeparatis) einrundes Stück ausschneiden und zum Opfergebrauchen. Das darf nicht mehr geschehen.Nur ganzes B., nicht abgeschnittene Stücke,und zwar mit Sorgfalt bereitetes ganzes B.,darf auf den Altar zur Consecration gelegtwerden.

Bei den Heiden wie bei den Juden hat-ten die Opfer-B.e eine besondere Form,durch welche sie sich minder oder mehrvon dem täglichen B. unterschieden. Imalten Rom war es sogar Sitte, dass manschwer zu beschaffende Opferthiere aus Teigformte und die Bilder statt der Thiere opferte;ein Gleiches pflegten die Armen zu tliun,für welche die Opferbäcker derartige Figu-ren bucken (. D'bllinger a. a. 0. 530, 535). Die.jüdischen Opferkuchen waren runde, platteScheiben, so dass man keines Messers be-

durfte, sie zu zerschneiden; man brach sie;die panes propositionis hatten auch rundeForm, waren aber dicker. In der altenKirche bis ins MA. finden wir eine dop-pelte Form des eucharistischen B.es. Zu-nächst bediente man sich runder B.platten,etwa von der Grösse eines Tellers, ähnlichden jüdischen Mäzen. Epiphanius (Ancho-rat. n. 57) sagt: wir sehen in der Hostienichts, was einer menschlichen Gestalt. . .ähnlich ist; denn das, was wir sehen, hateine runde Gestalt (axpoppiXoEiSe?). Sophro-nius v. Jerusalem , der um 630 lebte, giebtuns für die Zeit eine genaue Beschreibungin seinem liturgischen Commentar ( Mai Spi-cileg. IV 33). Er sagt, die Partikeln wür-den je nach der Zahl der Communicirendengebrochen, indem man die einzelnen Stückeauf dem Teller, oder der Patene, zurecht-lege mit den Worten: ,wie das Lamm zurSchlachtbank geführt ward 1 . Für den Opfer-priester selber wurde von ihm oder vomDiakon aus dem ganzen B. ein Stück miteinem Messer ausgeschnitten, was ihn zudem schönen Vergleich mit der Mensch-werdung aus Maria führt: ouxco xal xo xai-vov X(up.a <S>? ex xivoc xoiXias xal aijjiaxojvxal oapxo? xoü itapffsvixoü au>p.axoc, xoü oXooapxou cpr)[/.l, irapa xoü Siaxovoo xal xoükpsoK otaxep-vexai oiSrjpip xivi, ov Xo^tjv Xe-70001v. Diese platten B.kuchen waren ge-wöhnlich mit einer Kreuzkerbe versehen,wesshalb die Griechen sie xsxpaßX<op.oi, dieRömer panes decussati nannten. Von demKreuze auf denselben redet der hl. Chry-sostomus (Quod Christus sit Deus c. 9), in-dem er sagt, das Kreuz erscheine auf demAltäre, bei den Weihungen der Priesterund ebenso mit dem Leibe des Herrn beimgeheimnissvollen Mahle (p.exd xoü au>p.axosxoü Xpiaxoü ciu xo p.uaxixov SeIttvov SiaXap.itsi).Das Gleiche lehrt Sophronim a. a. 0., sichstützend auf die Vorschrift des hl. Basilius(xo 8s atppaft'CEa&ai xijv Ttpotüpopdv 6 p-eyacBaotXsio? TrapsSoixEv). Die späteren Griechenfügten dem Kreuze noch den NamenszugChristi bei oder setzten oberhalb eines An-dreaskreuzes die Buchstaben IC Xc unddarüber NIKA (Mono Messen 144).

Neben dieser Form der B.e hatte manauch B.e in Form eines Reifes oder Kran-zes, wie sie noch jetzt in Rom von denBäckern bereitet werden. Der Papst Ze-phyrinus verordnete, dass die Priester vonder Glaspatene die corona consecrata demVolke austlieilen sollten. Derselbe Ausdruckkommt auch bei Gregorius Magnus vor, derdie Hostien oblationum coronae nennt. Eben-so heisst es noch bei Bernoldus, der um1100 in Constanz lebte (de Ord. Rom., Bing-ham Lib. XV, c. 11. § 6), die Priester müss-ten eucharistische B.e opfern ad speciemcoronae, quod est tortura panis. Auch Iso