Band 
Erster Band. A - H.
Seite
179
JPEG-Download
 

Biissende — Busse.

179

Andere Beispiele, in denen die Voluminain der Hand unbekannter Personen bemerktwerden, sind Bosio 499, de Rossi R. S. II,Tav. 15, wo ein die Taufe spendender Manneine Rolle hat.

Weiter sieht man Rollen in der Hand eini-ger abgeschiedenen Personen, welche in denMedaillons der Sarkophage dargestellt sind,so Bosio 91, 155, 285, 295; wol nur einAbzeichen ihres hervorragenden Standes,wie auf profanen Bildwerken, schwerlich |ein Zeugniss der Orthodoxie. |

Auf Goldgläsern findet man öfters (vgl.Garrucci Vetri tav. 18 5 " 6 , 17 1 ' 5 , 23 3 , 26 12u. s. f.) im freien Felde Rollen angebracht.Buonarruoti wollte in der von ihm wieder-gegebenen entsprechenden Darstellung diehl. Felicitas mul ihre sieben Söhne erken-nen (tav. 20 *). Jndess ist hier die Ausdeu- |tung sehr schwierig, und man kann kaumüber einen allgemeinen Bezug auf die hl.Schrift hinausgehen.

II. Codices. Anscheinend einen Codex,in Wirklichkeit aber wol ein Diptychon oderPolyptychon bemerkt man in der linkenHand jener Person, die auf dem berühm-ten , schon von Buonarruoti tav. 5 3 undCiampini Sacr. hist. Disquisitio de duobusemblematis 16 abgebildet ist (Garrucci Vetritav. 26 10 ; Perret pl. 2 7 58 ) und neben derdie räthselhafte, wol am besten von Gar-rucci Vetri 147 f. erklärte Inschrift steht:A SAFCVLARE BENEDICTE PIEZ(em),vermuthlich der Zuruf des Taufenden (Sae-cularis) an den Täufling ( Benedictas ).

Das Buch erscheint entweder geschlossenoder geöffnet in der Hand Christi undvon Heiligen. Geschlossen sieht man esz - B. bei Christus R. S. Hb (Christuskopfdes Callistus-Coemeterium); hei Heiligen R.N. I 5 , 6 , 1 (Cornelius und Cyprian in S. Lu-cina); aufgeschlagen in der Hand ChristiBosio 129 (mit Inschrift: DOM IN VS IES...;cs ist der Christuskopf von S. Ponziano);ob. 429 (Sarkophag aus S. Agnese: bärti-ger Christus, stehend, zu Füssen Capsulamit Volumina), 475 (Wandgemälde: jugend-licher, bartloser Christus, zu Füssen zwei(kipsulae mit Volumina), 4911) (Buchdeckel ?Christus bärtig, sitzend).

In der Hand der Madonna oder eineTAbgestorbenen im Mittelpunkt der Sarko-phagfront sieht man ein aufgeschlagenesBuch Bosio 159, 425. Ein Apostel hälteinen aufgeschlagenen Codex, wo Andereein Volumen haben, Bosio 73. Johannes''l't geschlossenem Buche in der Linken,Bosio 581 (der Evangelist unter dem Kreuz :Kreuzigung in S. Ginliano), 5911). Eine•artige männliche Gestalt im Centrum eines

eekengemäldes hält ein Buch (oder Volu-»ien) mit einem Griff, Bosio 247. Auf demgrossen Freseo von S. Generosa (7. Jahrh.)

hat Christus in der Linken einen mit Edel-steinen besetzten, verschlossenen Codex (R.S. III, tav. 57).

Es erhellt aus dem beigebrachten Mate-rial, dass, abgesehen von dem Moses ge-reichten Buch, welches öfter mehr einemCodex (oder einer Schreibtafel?) als einemVolumen gleicht, wenigstens in zwei oderdrei dem 4. Jahrh. vermuthlich angehörigenDarstellungen Codices Vorkommen; alle an-deren Bilder mit solchen fallen in eine spä-tere Zeit. Dass die Mosaiken wie überhauptdie Bildwerke des MA.s unzähligemal dasBuch Christus in dieser Gestalt in die Handgeben, entweder mit dem AQ oder einemBibelspruch, bedarf kaum der Bemerkung.Der Unterschied, den Durandus Rat. I, c. 3zwischen dem aufgeschlagenen und geschlos-senen Buche macht, hat kaum für das MA.,geschweige für das Alterthum Geltung.Seine Forderung, ein geschlossenes Buchsollten die Maler bloss Gott dem Vater indie Hand geben, dem Sohne und den Evan-gelisten aber ein offenes, ist in den Monu-menten nicht begründet. kraus.

BÜSSENDE, s, Busse II.

BUSSE. I. Der Heiland gebot nicht blossj den sündigenden Bruder zurechtzuweisenund zur Besserung anzuhalten, sondern auchden hartnäckigen Sünder gleich einem Hei-den und Zöllner zu meiden (Matth . 18,15—17), und entsprechend dieser Weisungverhängte sein Apostel über den Blutschän-der in Korinth den Ausschluss aus der Ge-meinde (I Kor. 5, 1—5). Er übergab ihn,dem Satan zum Verderben des Fleisches,damit der Geist errettet werde am Tagedes Herrn Jesus Christus 1 , und als er seineAbsicht erfüllte und den Sünder dem La-ster entsagen sah, nahm er ihn wieder indie Gemeinschaft der Gläubigen auf (II Kor.2, 8). Er machte damit von der Schlüssel-gewalt Gebrauch, die der Herr den Apo-steln verliehen hatte, und wie er, so ver-führ auch die Kirche in der Folgezeit. Sieschloss einerseits die schweren Sünder ausihrer Gemeinschaft aus und liess sie ande-rerseits nach eingetretener Besserung wie-der in sie zu; Zeugen dafür sind zunächstClemens v. Rom (ad Cor. I, c. 7 f.), derPastor Jlermae (Vis. II, c. 2; Mand. IV,c. 1), Dionysius v. Korinth (Eus . II. e. IV,c. 23), Irenaeus (Adv. liaer. IV, c. 40.n. 1 ed. Stieren) und Tertullian (De poenit.c. 4). Die Sünden, welche in der erstenZeit diese Folge nach sich zogen, warenIdololatrie, Mord und Unzucht, und sieliiessen desslmlb crimina mortalia ( Cypr . Debono patient. c. 14) oder peccata capitaliaseu mortifera ( Pacian . Ad poenit. c. 4). Siebegegnen uns in dieser Zusammenstellung

12 *